[Rezension] Thomas Kowa – Remexan: Der Mann ohne Schlaf

25. September 2017 0 Von Anja liest


Autor: Thomas Kowa

Preis: 7,49 €
Einband: E-Book
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 664 Seiten
ISBN: 9783960872009
Veröffentlichung: 01.06.2017
Verlag: Digital Publishers

Der Pharmakonzern GENEKNOV bringt mit „Remexan“ ein Medikament auf den Markt, das den täglichen Schlafbedarf auf eine einzige Stunde verkürzt. Inmitten einer sich unter dem Diktat der Effizienz rasant verändernden Welt versucht Kommissar Erik Lindberg, den brutalen Mord an einem ehemaligen GENEKNOV-CEO aufzuklären. Der Boss des Pharmakonzerns wurde wie ein Versuchstier mit offenem Schädel und applizierten Elektroden aufgefunden wurde. Waren es militante Tierschützer im Kampf gegen Tierversuche?
Auch der Mord an einer Prostituierten landet auf Lindbergs Schreibtisch, und als er herausfindet, dass sie an einer Remexan-Studie teilgenommen hat, scheinen beide Fälle miteinander verbunden zu sein.
Verzweifelt über seine im Koma liegende Freundin und vom Bundespolizeichef unter Druck gesetzt, beginnt Lindberg selbst Remexan zu nehmen. Bald erkennt er, dass wichtige Forschungsergebnisse über das Medikament geheim gehalten werden …


Quelle: Digital Publishers

Ein Medikament das den Schlaf des Menschen auf eine Stunde am Tag reduzieren könnte, ohne dabei schwerwiegende Folgen herbei zu rufen. Klingt unglaublich und ist es auch. 

Auch nachdem Lesen ging mir die Thematik des Buches nicht aus den Kopf. Denn wie würde eine solche Welt aussehen? Immerhin hätten wir dann 23-Stunden-Tage. Was könnten wir alles tun? Immerhin würden sich dann auch Geschäfte dem anpassen. Eine Vorstellung die irgendwie spannend aber auch beängstigend wirkt. 

Nachdem ich vor langer Zeit den Nachfolger „Redux“ gelesen hatte, überkam mich die Lust den Vorgänger zu lesen. Dieser wurde mir freundlicherweise von „Digital Publishers“ zur Verfügung gestellt, wofür ich mich ganz herzlich bedanke.


Was mich besonders reizte war, das es sich um eine Editors Edition handelte, in der neben der Hauptgeschichte noch Bonusmaterial zu finden war. Die Idee und auch die Umsetzung konnten mich voll und ganz überzeugen, da es die Geschichte irgendwie realer erschienen ließ.


Bei den Extras handelte es sich um:


  • die Kurzgeschichte Requiem
  • Steckbriefe des Ermittlerteams um Erik Lindberg
  • Original-Recherche-Files von Thomas Kowa zu Remexan
  • Lageplan des Geschehens
  • ein akustisches Cover von „Enjoy the Silence“ von Depeche Mode, gesungen von Erik Lindberg
Hier noch der Trailer zum Buch:


Gerade da mir das Buch sehr gefiel, war es um so spannender noch mehr über die Charaktere zu erfahren. 

Natürlich gab es ein breites Spektrum an Charakteren welcher mal mehr und mal weniger wichtig waren.

Selten waren mir Ermittler so sympatisch wie Erik Lindberg und sein Team rund um Carla Frey, Mia Adam und Katharina Zach. Der Einstieg ins Buch und das heranführen an die Personen erfolgte auf so geschickte Art und Weise, das man das Gefühl bekam bereits etliche Bücher über sie gelesenen zu haben. 

Durch das Bonusmaterial, welches sich am Ende befand, konnte man sich zu den eigenen Vorstellungen der Charaktere auch noch Bilder ansehen, die zeigten wie der Autor sich seine Figuren vorstellte. Zu vergleichen in wie weit sich die Vorstellungen deckten, machte sehr viel Spaß, besonders da sich bei mir viele Merkmale glichen.

Was für mich Charaktere ausmacht, sind ihr Verhalten und ihre emotionale Basis. Beides war im Buch mehr als gelungen. Da es hauptsächlich um Erik Lindberg ging, war seine Geschichte natürlich maßgebend, aber nicht übertrieben. Die Wechsel vom Ermittler zur privaten Person waren interessant gestaltet und gingen fließend über . Zum einen hatte man den taffen Ermittler der seinen Fall lösen möchte und zum anderen hatte man einen geknickten Mann der um seine Freundin bangte und alles dafür geben würde um sie aus ihrem Koma zu befreien. Emotionen pur, war hier die Devise.

Neben den vielen sympatischen Personen, musste es natürlich auch welche geben die man verachtete, hasste und leiden sehen wollte. Dazu gehörten wohl der neue Chef des Kommissariats Beat Graf oder der Verbrecher Udo Wohlers. Obwohl beide das Böse hervorragend darstellten, wollte man sie nicht missen. Sie gaben den Kick und waren einfach erstaunlich realistisch in die Geschichte eingebracht worden.

Die Personen die bei oder mit den Pharmakonzernen arbeiteten, waren ausgezeichnet umgesetzt. Man merkte einfach das sich hier jemand sehr viel Mühe geben hatte, um alles authentisch wirken zu lassen. Zwar wurde viel mit Schubladendenken gearbeitet, aber für uns Konsumenten gibt es leider meist keine andere Einsicht. 

Ich fühlte mich mit allen Protagonisten im Buch mehr als wohl. Sie wirkten echt und waren unglaublich detailliert beschrieben , so das man stets ein Bild von Ihnen im Kopf hatte. Zudem hatte man den Drang weiterzulesen, da man immer mehr wissen wollte. 

Natürlich erlebte man die Geschichte nicht nur aus der Sicht von Erik Lindberg. Ein Wechsel der Charaktere erfolgte stellenweise und machte das ganze nur noch interessanter. 


Für mich war das Buch ein Gedicht in Romanform. Der Einstieg in die Geschichte, die Vorstellung der Protagonisten und das Heranführen an die Hauptthematik, alles konnte mich einfach überzeugen. 

Ab der erste Seite war ich förmlich gefangen. Ein aus der Hand legen war kaum möglich, da mich die Geschichte einfach zu sehr packte. 

Man spürte einfach, das hier sehr viel Recherche seitens des Autors erfolgte. Das Hintergrundwissen über Medikamentenstudien, der Entwurf eines eigenen Medikaments oder die Darstellung einer Komapatientin, alles wirkte so erstaunlich echt, das mir bei den Versuchen von Erik Lindberg, seine Freundin aus diesem zu befreien, die Tränen kamen. 

Allgemein spielten Emotionen im Buch eine große Rolle und das war auch gut so. Der Hass auf den Mann der Erik´s Freundin Paula ins Unglück stürzte, das Staunen über die Wirkungen des Medikaments oder die unterhaltsame Zusammenarbeit von Erik, Mia und Katharina, einfach ein Fest für die Sinne.

Trotz der über 600 Seiten kam niemals Langeweile auf. Ganz im Gegenteil, denn die Spannung war durchweg zu spüren. Was mich jedoch komplett umwarf, war die Raffinesse mit der Orte, Personen oder Gegenstände beschrieben wurden. Alles fühlte sich echt an, als ob man gerade einen Bericht aus der aktuellen Zeitung erlesen würde. 


Irgendwie war das Cover für mich nix besonderes. Der Mix aus schwarz,weiß und rot ist mittlerweile einfach zu weit verbreitet, als das es noch einen WOW-Effekt erzielen könnte. 

Der Hinweis das es sich um eine „Editors Edition“ handelte war einfach viel zu groß und verschleierte das wahre Cover des Buches.

Das Original-Cover sieht tatsächlich ansprechender aus, da man hier das Gläschen mit den Tabletten noch sehr gut erkennen konnte. 

Thomas Kowa – Remexan
Spannend, unglaublich realistisch und voller Emotionen. Thomas Kowa erschuf eine Geschichte, die erschreckend gut in unsere Zeit passt und die auch nach dem Lesen noch zum Nachdenken anregt.


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