[Rezension] Tanja Hanika – Der Angstfresser

12. Mai 2018 7 Von Anja liest


Preis: 11,99 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Horror
Verlag: CreateSpace
Seitenanzahl: 204 Seiten
ISBN: 978-3-7855-6001-3
Veröffentlichung: 01.04.2018
Bildquelle: Amazon

Angst, Blut und Schmerz.
Chester Harris will mehr davon. Er ist Horrorautor und es stellt ihn nicht länger zufrieden, die Leser mit seinen Gruselgeschichten zu erschrecken. Daher lädt er zu einem Horrorabend ein, der seinen ahnungslosen Gästen alles abverlangt. Sie müssen ein Spiel um Leben und Tod überstehen, indem sie die eigenen Grenzen überschreiten. Angst, Blut und Schmerz stehen auf Chesters Speiseplan und er wird viel davon bekommen.
Warnung: Der Horrorroman enthält explizite Gewaltdarstellungen und abstoßende Details.
Quelle: Amazon
Dieses Buch erhielt ich direkt von der Autorin, welche mich ansprach, nachdem mir ein Buch aus dem Horrorgenre nicht so ganz zusagte. Nachdem ich dann die Kurzbeschreibung zum Buch erlesen hatte, konnte ich einfach nicht „Nein“ sagen und erhielt das Buch, welches die Autorin sogar signiert hatte. 
Da ich mein Leben mit einigen Ängsten beschreiten muss, sorgte dieses Buch, bei mir, für ordentlich Neugier. Müsste ich mich meinen Ängsten stellen? Würde ich meinen persönlichen Horror erleben? Am Ende kann ich sagen, nein. Denn so extrem war es dann doch nicht, aber eine Nacht im Buch würde ich  trotzdem ablehnen.

Die Story an sich war clever durchdacht und punktete mit so manchen überraschenden Moment. Auch die Idee des Buches habe ich vorher noch nie erlesen können. Hier war es auch hilfreich mit der Autorin Kontakt zu haben, da sie mich darüber aufklärte, das sie bewusst Klischees des Genre, versuchte zu vermeiden. 

An was es mir fehlte war die Atmosphäre. Wo im Film ein Jumpscare schon für ordentlichen Angst sorgen kann, so sind es in Büchern die Beschreibungen. Auch eine schnelle Abfolge von Geschehnissen kann dies versuchen, aber beides war im Buch nicht zu finden. Dunkle Gänge wurden mit wenigen Worten abgetan, wobei eine genauere Beschreibung mit Spinnenetzen, Spinnen, hallenden Geräuschen und schattenerzeugenden Lampen, so mancher Frau die Schweißperlen auf die Stirn gebracht hätte. 

Ich hatte zudem nur das Gefühl, das es um die Todesangst geht, obwohl es um alle Ängste gehen sollte. Wo blieb die Angst vor dem Ersticken oder die sich nicht mehr bewegen zu können? Ein wenig mehr Vielfalt und hätte mich mehr zum Buch hingezogen gefühlt.

Wenn ich eines kam, dann sehr flink durch das Buch. Die Wortwahl war sehr klar und beherbergte fast keine Fremdwörter, die dem Leseverlauf Einhalt gebieten konnten. Allerdings sollte man sich darauf gefasst machen, das die Autorin so einige ungeheuerliche Momente ins Buch eingebaut hat, welche mich zum Teil schon sehr schockierten, denn an Blut wird nicht gespart.

Die Geschichte dreht sich um Chester Harris, welcher Horrorbuch-Autor ist und dem so langsam das Publikum abhanden kommt. Er will es jedoch nochmal allen zeigen und veranstaltet ein Abendessen, welches seinen Gästen lehren soll, was es heißt Horror und Angst zu spüren. 

Chester macht im Buch einen erstaunlichen Wandel durch, da er anfangs sehr harmlos wirkt, aber schließlich immer mehr in den Wahnsinn abdriftet. Dieser Wandel machte mir wohl am meisten Angst, da er zeigte wie viel man für etwas opfern kann. 

Seine Idee und seine Gäste ergeben eine interessante Mischung, da die geladenen Personen wohl nicht gerade Fans davon sind, sich ihren Ängsten zu stellen. Als sie es jedoch müssen, hatte ich manchmal das Gefühl, das sie viel zu leicht aufgaben. Wo blieb ihr Überlebenswille? Hatten sie keinen? 

Der vorbereitete Abend hatte fast etwas von Gangster-Spielchen, in denen die Bosse ihren Untergebenen oder Komplizen zeigten, wer hier die Macht hat. Blut durfte hierfür ordentlich fließen, immerhin wollte man einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Das Ende, war dann etwas mit dem ich mich nicht so ganz anfreunden konnte, da er meiner Meinung nach zu voraussehbar war. Der große Showdown hätte für mich ruhig noch etwas blutiger und ausgefallener sein können, aber hier spalten sich die Meinungen und das ist auch gut so. 

Ein besonderes Highlight war jedoch die Entwicklung so mancher Personen, welche erst in der Todesangst, ihren Gefühlen freien Lauf ließen. Lang verheiratete Paare, die vielleicht kaum noch ein Wort wechseln, stehen sich plötzlich gegenüber und zeigen, das ihre Liebe immer noch existiert. Dies ist vielleicht nicht gerade Angst fördernd, aber man fiebert mit, ob dieses Paar, sich vielleicht doch bald wieder in den Armen hält. 


Wenn dieses Cover eines kann, dann überzeugen. Besonders die Schreibweise des Buchtitels hat es mir angetan, da die zerkratzt wirkende Schrift einfach zum Buch passt. 

Auch wenn es schon genug Bücher in den Farben rot, schwarz, weiß gibt, springt dieses einfach aus der Menge heraus. Hierfür sorgt der rote Hintergrund mit der weißen Schrift. Aber auch die männliche Silhouette hat etwas, da man sie gut mit dem Hauptcharakter in Verbindung bringen kann.


Für einige der blanke Horror, für mich eine interessante und gut durchdachte Story, welche vor guten Einfallen gerade zu strotzt. Allerdings fehlte es mir ein wenig an Atmosphäre und Tiefgang. 

Ein großes „Danke schön“ an die Autorin Tanja Hanika, welche mir ihr Buch überließ und stets ein offenes Ohr für mich hatte. 

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