Rumo, der junge Wolpertinger aus „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“, macht sich selbstständig und geht seinen eignen Weg durch den gefährlichen Kontinent Zamonien.

Er folgt dem Silbernen Faden, einer Geruchsspur, die nur er wittern kann und an deren Ende Rumo das Glück vermutet. Auf seiner abenteuerlichen Reise durch zwei höchst unterschiedliche Welten begegnet er Teufelszyklopen und Mondlichtschatten, den Kupfernen Kerlen und den Toten Yetis.

Rumo lernt das Kämpfen, die Liebe, die Freundschaft und das Böse kennen, es verschlägt ihn in den geheimnisvollen Nurnenwald, in die legendären Untenwelt und in das Theater der Schönen Tode; er erfährt von den Unvorhandenen Winzlingen, von den Belagerungen der Lindwurmfeste, von Professor Dr. Abdul Nachtigaller und seinem Schubladenorakel – und Rumo findet endlich zu Rala, die ihm die Wunder im Dunkeln zeigt.


 

 

Seit ich „Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär“ gelesen hatte, wanderte mein Blick immer wieder zum Buch des kleinen Rumo. Zwar hatte dieser im Buch nur einen kurzen Abschnitt gehabt, schaffte aber dabei den Wunsch mehr über ihn und sein Leben zu erfahren. Dies habe ich nun erlesen und kann sagen, das es gut angelegte Lesestunden waren.

 

Dabei begann die Geschichte fast schon wie bei Blaubär selbst. Rumo wusste nämlich nicht, woher er kam oder was er ist. Das interessierte ihn auch nicht wirklich, denn er war glücklich. Auf dem Bauernhof, wo er lebte, ging es ihm gut. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt als sein Körper sich zu einem Wolpertinger weiterentwickeln wollte. Dass in diesem Augenblick auch noch er und seine Besitzer entführt wurden, machte die Sache auch nicht einfacher. Wer hätte da auch nur ahnen können, was er alles erleben würde.

 

So begann die Reise des kleinen Wolpertingers, auf welcher ich nicht nur mehr über ihn selbst erfahren sollte, sondern auch wieder über Zamonien. Gerade letzteres dürften Leser schon kennen, da es in keinem Buch wirklich alles über den geheimnisvollen Kontinent zu lesen gibt. Stattdessen lüftet jedes Buch wieder ein Stück des Nebels und verschafft dadurch ungeahnte Einblicke. Ich persönlich liebe das sehr, da die Welt, so nie ihren Reiz verliert und jedes weitere Buch neue Hoffnungen schürt. 

 

Trotzdem ging es natürlich hauptsächlich um Rumo selbst, welcher auf seiner Reise nicht nur sich selbst besser kennenlernte, sondern auch vermehrt auf unleidliche Persönlichkeiten traf. Tatsächlich fühlte sich dieser Band um einiges brutaler an, als meine bisher gelesenen Werke. Zwar gab es dort auch äußerst gefährliche Erlebnisse, die manchmal auch den Tod enthielten, aber doch stets nur Maßen. Hier war es diesmal ein einziger Kampf um Leben und Tod. Dies schreckte mich aber keinesfalls ab. Im Gegenteil, denn dadurch fühlte sich Zamonien nur glaubwürdiger an. 

 

Doch was wäre ein Buch, wenn es von vorne bis hinten nur voller Gewalt wäre? Naja, zumindest kein Werk über Zamonien. Denn neben den vielen Gräueltaten gab es doch auch immer wieder diese Momente die einen verzauberten. Hier wurde ich regelrecht von Emotionen überrannt und konnte manchmal nicht anders als herzlichst zu lachen oder eben auch eine Träne zu verdrücken. 

 

Neben der Geschichte selbst waren die Illustrationen von Walter Moers persönlich ein absolutes Highlight. Gerade da die Welt nur so von fantastischen Kreaturen wimmelt, war es doch immer wieder hilfreich, wenn es dazu ab und an auch ein Bild gab. 


 

 

Wer bisher die Bücher von Walter Moers vergöttert hat, der wird auch dieses abgöttisch lieben. Die Geschichte des kleinen Wolpertingers führte mich durch unbekannte Regionen Zamoniens und machte dabei sogar ab und an einen Ausflug in die Vergangenheit des Kontinents. Dazu gab es einen enormen Spannungsbogen, welcher an das Buch fesselte und dafür sorgte, das man es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Also Vorsicht, das Buch macht lesesüchtig!


Piper Verlag – 704 Seiten – Taschenbuch: 12,95 € –
Roman – 01.08.2004


Bereits rezensierte Bücher des Autors:

Der BücherdracheWeihnachten auf der LindwurmfesteDie Stadt der Träumenden Bücher Teil 1(Graphic Novel)Die Stadt der Träumenden Bücher Teil 2(Graphic Novel)Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene NachtmahrDas Labyrinth der Träumenden BücherDie Stadt der Träumenden BücherDie 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär


2 thoughts on “[Rezension] „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“ von Walter Moers”

  1. Hallo Anja,
    ich liebe Rumo!!!!
    Mir persönlich gefällt das Buch sogar ein bisschen besser als Die Stadt der Träumenden Bücher, aber du hast schon recht, es ist sehr brutal.
    Deine Rezension macht mir direkt wieder Lust nochmal zu dem Buch zu greifen, besonders weil wir momentan ja mit Krümel zusammen Käpt’n Blaubär entdecken.
    Hach, Zamonien! <3
    Liebe Grüße
    Diana

    1. Huhu Diana,

      bei mir kommt tatsächlich erst Blaubär, dann die Stadt der Träumenden Bücher und dann Rumo. ^^ Ich höre mir die Hörbücher immer wieder gerne an. Dirk Bach hat da wirklich eine tolle Leistung abgeliefert. Sogar mein Freund, will sich die Bücher mal als Hörbuch anhören und das soll schon was heißen. ^^

      Ich hoffe sehr, einmal das Zamonien-Puzzle und die Karte des Kontinents zu besitzen. ❤

      Bis dahin haben wir aber immerhin die Bücher, die immer wieder aufs Neue faszinieren. Übrigens viel Spaß mit deinem Krümel. Ich bin sehr gespannt, wie er Blaubär findet. Guckt ihr dafür die Folgen im TV oder lest ihr das Buch?

      Viele liebe Grüße an euch, Anja

Ich freue mich stets über Kommentare.