[Rezension] Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray

[Rezension] Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray

6. Mai 2019 4 Von Anja liest

Infos zum Buch

 

    • Verlag: Diogenes Verlag
    • Taschenbuch mit 288 Seiten
    • Preis: 10,00 €
    • Genre: Fiktion
    • Ersterscheinung: 01.08.1996
    • ISBN: 978-3-257-21411-6 
    • Übersetzer: W. Fred und Anna von Planta
    • bei anderen Verlagen, als Hörbuch und E-Book verfügbar

 

Klappentext

 

»Lord Henry Wotton, dieser geistreich-zynische Dandy, ist es, der den zu Beginn der Handlung etwa zwanzigjährigen, unverdorbenen und faszinierend schönen Dorian Gray zum Hedonismus, zum rücksichtslosen Ausleben seiner Jugend verführt. Damit weckt er in ihm das Verlangen, ewig jung und schön zu bleiben, um alle Sinnenfreuden auskosten zu können. Der mit der Intensität eines Gebetes ausgesprochene Wunsch Dorian Grays, statt seiner möge das Bildnis, das Basil Hallward von ihm gemalt hat, altern — ein Wunsch, für dessen Erfüllung er seine Seele zu geben bereit ist —, wird ihm gewährt.«
Meine Meinung

 

Ja, ich gebe es zu, das dieses Buch nur gelesen wurde, da mich der Film sehr ansprach. Ich mochte die Handlung und wollte nun einmal sehen, wie es denn um die schriftliche Ausgabe gestellt ist. Allerdings sollte man vorher bedenken, das dieses Buch erstmals 1890 veröffentlicht wurde und die Ausdrucksweise, eine gänzlich andere ist, als die, die wir heute kennen. 

 

Ich muss leider auch zugeben, das ich mich völlig unvorbereitet in dieses Buch stürzte, da mich einfach die Neugier gepackt hatte. 

 

Sagen wir es so, ich kam zumindest 20 Seiten weit, um dann festzustellen, dass ich mit der Ausdrucksweise der damaligen Zeit einfach nicht zurechtkam. Gefühle oder Gedanke wurden bis ins letzte Detail erörtert und nahmen so schon einmal 3 bis 4 Sätze ein. Aber auch ihre Aneinanderreihung verwirrte mich und machte es mir schwer, den Sinn und Inhalt einzelner Abschnitte zu erfassen. 

 

Somit wechselte ich zum Hörbuch, da man mir hier die Sätze formvollendet wiedergab und ich endlich einen Weg fand, der Geschichte doch noch beizuwohnen. So fand ich mich nach und nach in der Welt wieder und genoss es fast schon diese Ära zu erleben. Da ich wie erwähnt, den Film gesehen hatte, erwartete ich ausschweifende Orgien und ein äußerst dekadentes Leben seitens Dorian Gray. Doch hier wurde ich überrascht, denn im Buch ging es deutlich gezügelter zu. Hier war ich zwar ein wenig enttäuscht, aber konnte mir vorstellen, dass dies seinerzeit für Furore sorgte. 

 

Die Charaktere fand ich sehr interessant, zumal sie sehr altertümliche Ansichten von Ehe, Liebe oder gar Politik hatten. Hier gab es sogar eine Szene bei der zwischen Lachen und Ärger kaum wusste wohin, denn Sir Henry ärgerte sich darüber, das man zukünftig nur noch Leuten das politische Spiel zutrauen wollten, welche dieses Fach erlernt hatten. Ich musste Grinsen, da Lord Henry der Meinung war, das Politik etwas für Leute mit Stand wäre und diese in jeder Berufung nicht wirklich etwas tun müssten. Kurz um, wer einen Namen hat, sollte das Recht besitzen einen Job zu haben in dem er verdient, aber nichts tun muss. Auweia, das waren Zeiten. 

 

An die vielen unterschiedlichen Charaktere kann ich mich leider kaum erinnern, da das Hauptaugenmerk auf Lord Henry und Dorian Gray gerichtet war. Jedoch war es anscheinend damals schon ein Trend selbst im Alter noch jugendlich zu wirken. Teilweise wurde dies sogar als eines der oberen Gelüste präsentiert, nach der sich jeder man verzehrt. Hier konnte mich das Buch eindeutig zum Nachdenken regen, denn ich verstehe bis heute den Jugendwahn nicht. Doch so wurde mir offengelegt, was sie für einen alternden Mann bedeutete. 

 

Auch wenn ich sehr lobend über das Buch spreche, muss ich sagen, dass seine Handlung mehr als langatmig war. Es wollte nie so recht etwas geschehen und ich musste mich damit zufriedengeben, was mir geboten wurde. Somit hatte ich mich besonders auf das Ende gefreut, da ich hier wenigstens einen spannenden Showdown erhoffte. Doch weit gefehlt, denn das Buch brach an seiner Szene abrupt ab und hinterließ einen irgendwie unfertigen Eindruck. Schade. 
Mein Fazit

 

Dieser Klassiker sorgte bei mir dafür, dass ich gerade in Sachen Sprache ordentlich ins Straucheln kam, denn ohne das Hörbuch hätte ich es wohl nicht durch das Buch geschafft. Die Geschichte an sich bot interessante Ansätze, schaffte es jedoch nicht mich nach haltend zu beeindrucken. Damals bestimmt ein Knaller, war es für mich eher eine ermüdende Geschichte, die einfach nicht in Schwung kommen wollte. 

 

Die Bewertung