[Rezension] „Ohne dich ist manchmal ganz gut“ von Piet Weber

[Rezension] „Ohne dich ist manchmal ganz gut“ von Piet Weber

26. Februar 2019 0 Von Anja liest

Infos zum Buch
  • Verlag: Satyr Verlag
  • Taschenbuch mit 159 Seiten
  • Preis: 12,00 €
  • Genre: Humor, Poetryslam, Kurzgeschichten
  • Ersterscheinung: 12.03.2017
  • ISBN: 978-3-94106-04-2
  • auch als E-Book verfügbar

 

Klappentext

 

Ob ein Spieleabend mit seinem Neffen, eine telefonische Pizzabestellung oder die Internetnachhilfe für seine Mutter aus dem Ruder laufen: Ohne die anderen wäre die Welt für Piet Weber oft eine bessere.
In seinen Geschichten analysiert er die Hintergründe deutscher Schlager- und Kindermusik, fragt sich, warum in Deutschland noch kein »Goldener Panzer« ver­liehen wird, und kann mit Überzeugung sagen: »Berlin – das ›J‹ steht für Freundlichkeit.«
Komische Geschichten aus dem Herzen der Hauptstadt von der wohl wichtigsten neuen Stimme der Berliner Vorleseszene. Piet Weber ist ein junger Autor mit Lust am Fabulieren und Pointieren, gestählt durch unzählige Auftritte bei Lesebühnen und Poetry Slams und geprägt durch seine Geburts- und Heimatstadt Berlin.

 

 Meine Meinung

 

„Firma Hubertus Sanitär und Pizza Roma, juten Tach!“

Ein verdutzter Blick und ein paar Lacher später hatte mich auch die Geschichte zu der etwas seltsamen Fusion gepackt und erfreute mich noch, als das Buch längst ausgelesen war. Doch so erging es mir nicht nur mit dieser Story, nein, eigentlich alle Geschichten brannten sich förmlich in meinem Gedächtnis ein und werden da wohl noch eine ganz Weile festhängen.

 

Piet Weber hat sich in der PoetrySlam-Szene einen Namen gemacht, den ihn so schnell niemand streitig machen wird. Seine Texte sind ehrlich, unterhaltsam und könnten manchmal aus dem Leben von uns allen kommen. Doch auch politische Themen und seine eigene Meinung sind stets mit eingebunden, aber auch hier stets mit einer Spur Ironie. Wer die erste Geschichte im Buch über den Spieleabend mit seinem Neffen gelesen hat, wird merken, dass dieser Mann neben einer blühenden Fantasie, über ein gut ausgebautes Vokabular verfügt, welches selbst  in den kürzesten Erzählungen zum Einsatz kommt. 

Wer sich ein wenig mit dem aktuellen Zeitgeschehen und der Politik befasst, der dürfte an jeder Geschichte sein Vergnügen haben. Ich hatte ein wenig mit den politischen Themen zu kämpfen, welche es zum Glück aber nicht all zu oft gab. Um so öfter, fielen bekannte Lieder unter die Fittiche des Autors und wurden da regelrecht auseinander genommen. Ganz zu meinem Vergnügen denn ich war mehr als erstaunt was für Müll unsere Kinder teilweise lernen. Aber auch Schlager kamen nicht zu kurz. Mein persönlicher Favorit ist jedoch ein Liebesbrief an seine Freundin, welcher vor Unsinn gerade zu überquoll, aber doch ganz klar zeigte, das dieser Mann sein Mädel liebt. Es muss halt nicht immer die altbekannte Romantik sein, welche das Herz einer Frau erobert, sondern nur die Stichworte MILF, Hannibal Lecter und Fesselsexflexer. Na, auch schon Herzchen in den Augen? 

 

Ja, wer die Auftritte des Autors gesehen hat, dem erwartet in diesem Buch nicht viel Neues. Doch genau deswegen wollte ich es haben. Ich wollte diese genialen Texte stets parat haben und mich an ergötzen können, auch wenn kein Youtube in der Nähe ist. Dies ist aufgrund der schlanken 159 Seiten stets möglich. Ich hoffe jedoch das es irgendwann einmal einen Nachfolger zu diesem Buch geben wird, denn ich kann ich mich jetzt schon nicht an den Texten satt lesen. Egal wie die Tageslaune ist, einfach eine Geschichte lesen und man hat den ganzen Tag ein Grinsen im Gesicht. 

 

Und nicht vergessen, Berlin, das „J“ steht für Freundlichkeit.

 Mein Fazit

 

Für mich ist dieses Buch ein Stück Literaturgut geworden, das ich bestimmt noch öfter in die Hände nehmen werde, da es eine Vielzahl an Unterhaltungsmöglichkeiten bietet. Jeder Text ist ein Unikat für sich und bezeugt das hinter den unterhaltsamen Texten ein cleverer Bursche steht, der eine ganze Menge Ahnung vom Leben hat und von Monopoly. 

Die Bewertung

Volle Punktzahl für so viel Unterhaltung

Ein großes „Danke schön“ an den Satyr Verlag für das Leseexemplar