Kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag erfüllt sich die weltläufige Hamburgerin Hannah Jensen einen Lebenstraum: Sie eröffnet in der Münchner Blumengasse ihr eigenes Café. Hier kommen viele Geschichten zusammen, denn auch andere Menschen stehen vor einem Neubeginn:

Hannahs Innenarchitektin Marlene kann nicht länger zwischen Job und Betreuung ihrer betagten Mutter hin und her hetzen.

Hannahs Nichte Svenja löst in Hamburg Knall auf Fall ihre Verlobung und fährt spontan mit dem charmanten, aber geheimnisvollen Ben nach München.

Edeltraut, nach mehr als dreißig Jahren Ehe vom Mann verlassen, braucht nach einer Mieterhöhung dringend einen Job, doch sie kann „nur“ kochen und backen.

Die Amerikanerin April macht sich auf die Suche nach einer Geliebten ihres verstorbenen Mannes und landet in der Blumengasse.

Der knurrige Künstler Hubertus von Waldhausen sinniert, ob er etwas gegen das neue Café im Erdgeschoss seines Hauses unternehmen soll.

Und der in Dublin lebende Pole Andrzej bekommt überraschend Post von einer Frau namens Hannah.


Egal ob Restaurant, Kneipe oder eben auch Café, es sind Begnungsorte, die mit jedem neuen Gast eine Geschichte mit in das Lokal bringen. In meinem Fall ließ ich mich im „Café Hannah“ nieder, welches kurz vor der Eröffnung stand und im Laufe des Buches seine Pforten öffnete. 

 

Schon von außen bekam ich förmlich Lust auf ein Stück Kuchen und einen leckeren Tee (ich trinke keinen Kaffee), da die fröhliche Aufmachung mich einfach in ihren Bann zog. Als ich dann mit der Story rundum um das neue Café in der Blumengasse beginnen wollte, staunte ich nicht schlecht. Eine wunderschöne Zeichnung der Straße fand sich innen. Schon da spürte ich, dass sich hier jemand verdammt viel Mühe gegeben hatte. 

Zum Glück wurde ich auch nicht enttäuscht, denn bis zur letzten Seite genoss ich die Geschichten rund um das kleine Café. Dabei wurde natürlich mit der Besitzerin begonnen, welche Hannah Jenßen hieß und einen Neustart wagen wollte. Auch wenn sie und das Café stets im Vordergrund standen, schaffte es die Autorin, nicht nur noch 9 Hauptcharaktere mit hinzuzufügen, sondern auch noch ein paar Nebencharaktere einzubauen, die man aber trotz allem nicht vergaß. 

 

Insgesamt ging es im Buch darum, das 10 Menschen mithilfe des Cafés Hannah vereint wurden, obwohl sie vorher wenig bis nichts gemein hatten. Ich lernte somit völlig verschiedene Menschen kennen, die man auch im eigenen Alltag erlebt und durfte einmal hinter ihre Fassade blicken. Die Innenarchitektin, die trotz enormen Stresses ihre Mutter pflegt oder der Maler, der stets grantig ist, aber eigentlich Gefühle für eine Person hegt, wären da nur 2 Beispiele. 

 

Somit hatte mich die Idee zum Buch schon vollkommen begeistert. Jetzt musste nur noch der Schreibstil stimmen und zum Glück tat er das. Mit viel Witz, Gefühl und Charme schaffte es die Autorin mich in ihre Welt zu ziehen, die trotz Problemen immer noch wie ein Stück Glück auf Erden klang. Besonders die Aufteilung der Personen gefiel mir, da es zu jeder eine Illustration abgebildet war, welche Karin Schliehe entworfen hatte. Man hatte so eine leichte Andeutung an die Charaktere, was sie nur noch sympathisch machte. 

Das Ende zeigte dann deutlich, das hier noch lange nicht Ende war, sondern, dass das Café noch eine Menge Geschichten zu erzählen hatte. Somit freue ich mich bereits jetzt auf den Nachfolger, welcher hoffentlich genauso bezaubernd ist, wie dieser. 


Seit ich das Buch gelesen habe, sehe ich Cafés als etwas ganz anderes. Sie sind etwas besonderes geworden, in dem jeden Tag neue Geschichte entstehen. Was Café Hannah zu erzählen hat, durfte ich nun erlesen und war einfach nur begeistert. Hier traf das Leben, mit ein wenig Glück und Schicksal zusammen und vermischte sich zu einer spannenden Lektüre, von der ich mich jetzt schon auf die folgenden Bände freue. 


Edition Tingeltangel 320 Seiten – Taschenbuch: 14,00 € –
E-Book: 3,99 € – Roman – 21.05.2019

Vielen Dank an die Autorin für das Rezi-Exemplar

Ich freue mich stets über Kommentare.