[Rezension] Mark Fisher – Der Psychiater

7. Dezember 2017 0 Von Anja liest



Preis: gebraucht ab 1 €
Einband: Hardcover
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 524 Seiten
ISBN: 978-3828967168
Veröffentlichung: 2000
Verlag:  Bechtermünz Verlag

Weil sie wegen eines lange zurückliegenden Fehltritts von ihrem Verlobten verlassen wurde, unternimmt Catherine Shield einen Selbstmordversuch. Erst in letzter Minute wird sie gerettet. Dr. Gibson, ein New Yorker Psychiater, betreut seitdem die labile junge Schauspielerin. Wenige Wochen später wird Catherine im Auto des Psychiaters bewußtlos aufgefunden. Wie sich herausstellt, wurde sie brutal mißhandelt und vergewaltigt. Obwohl Dr. Gibson für die vermutliche Tatzeit ein Alibi vorweisen kann, gilt er als Hauptverdächtiger. Mit Hilfe einer Kollegin versucht er, Tatverdächtige und Zeugen ausfindig zu machen. Die Spur führt zu vier hochrangigen New Yorker Persönlichkeiten, deren Anwälte auch vor Einschüchterung und Mord nicht zurückschrecken …

Quelle: Lovelybooks

Als ich vor geraumer Zeit eine Menge Bücher geschenkt bekam, zog auch dieser Thriller in mein Bücherregal ein. Ich kannte weder den Autor noch das Buch, wusste aber, anhand Kurzbeschreibung, das ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Und so kam es schließlich auch. Wie ich das Buch fand und welchen Eindruck es hinterließ erfahrt ihr dann jetzt.


Die Vergewaltigung einer Frau ist sowohl bei uns als auch in anderen Ländern ein schwieriges Thema, zumal es die verschiedensten Meinungen dazu gibt.
Ich möchte hier auch nicht ausufern, sondern in die Geschichte einleiten, welche in New York spielt und die Geschichte eines Psychiaters erzählt, welcher seine eigene Patientin vergewaltigt haben soll, da sie in seinem Wagen gefunden wurde. 

Auch wenn das Buch schon 17 Jahre alt ist, so kommt einem die Geschichte vor, wie etwas, das man gerade im Fernsehen erlebt hat. Sie wirkt sehr aktuell und hätte genauso in der heutigen Zeit spielen können.

Der Mix aus Thriller und Ärtzekrimi gelang sehr gut und brachte beide Genre sehr gut im Buch unter.

Besonders die Verhandlung vor Gericht nahm einen großen Teil der Geschichte ein und überraschte mich stets. Es war ein Abenteuer zu erleben wie die Anwälte gegeneinander kämpften und stets zwischen Sieg und Niederlage wechselten. 


Die Schreibweise des Buches mit einem Fluss zu vergleichen, wäre wohl das einfachste Möglichkeit um die leichte, aber reißende Geschichte, die einem oftmals einen kalten Schauer verpasste, zu beschreiben.

Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich im Buch wohl und freute mich auf jede weitere Seite, da man nie wirklich wusste, was diese für einen bereit hielten. 

Auch wenn wir viel über die Arbeit eines Psychiaters erfahren, wurde man als Leser nicht mit schweren, unaussprechlichen Fachbegriffen überrannt. Dies machte viel aus, da man so viel leichter verstand, was die Ärzte eigentlich taten.

Ich selbst, fand die Geschichte sehr spannend und emotional. Man fühlte mit Dr. Gibson, der seine Frau verlor und noch immer um sie traute, weil er sich Schuld an ihrem Ableben gab oder mit Cathrine, welche innerhalb kürzester Zeit mehrere Schicksalsschläge erlitt und noch immer an ihre große Liebe glaubte. Es war bewegend zu sehen, wie sie sich halfen, nur um die Wahrheit zu präsentieren. Wut und sogar Hass spielen auch eine große Rolle, genau wie Verachtung und natürlich Freude.

Wir erleben die Geschichte zudem nicht als ganzes sondern erfahren erst so nach und nach was eigentlich wie und wo geschah. Gerade dies hielt die Spannung oben, da man nie wusste was noch kommt. 

Ich habe bestimmt schon ein wenig gespoilert und entschuldige mich dafür.


De Auswahl der Protagonisten und deren Charaktere fand ich sehr gut gewählt, da man sie sich sehr gut vorstellen konnte. Dr. Gibson der hübsche Psychiater, in den sich hin und wieder Patienten verlieben. Cathrine, die Schauspielerin werden will und die Liebe ihres Lebens gefunden hat oder Kommissar Templeton, welcher alles dafür gäbe um Dr. Gibson hinter Gittern zu bringen. 

Jede Person hatte ihre Daseinsberechtigung und erfüllte diese auch. Selbst die verhaßten Eltern von Cathrine, passten in die Geschichte und hatten gerade zum Ende einen denkwürdigen Auftritt, der mich sehr bewegte.

Wie schon oben beschrieben war der im Buch erzählte Prozess sehr ausgiebig, da man hier sämtliche Charaktere des Buches antraf. 

Gerade die beiden Verteidiger konnten unterschiedlich nicht sein, auch wenn sie verblüffende Stellungsnahmen abgaben.
Kalt und nur auf Geld aus oder klug und mit reinem Herzen, ein ungleiches Battle. 

Allgemein hatte alle Personen im Buch einen Überraschungsmoment, mit dem man einfach nicht gerechnet hatte. Wann welche kamen, wird natürlich nicht verraten.


Die rote Farbe des Buches schreit förmlich Gefahr und beherbergt diese auch.
Leider fehlte dem Buch der gewisse Kick, um zu sagen, das es auffällig wäre. Rote Farbe allein, macht eben noch keinen Eyecatcher.

Die Schriftgröße von Autorenname und Buchtitel empfand ich als sehr angenehm, da beides sehr gut zu lesen war. Auch die Schriftart war gut gewählt, da sie auch weithin lesbar war.

Ein brisanter Thriller mit interessanten Einsichten in die Arbeit von Psychiatern und von Verhandlungen vor Gericht. Trotz heiklen Themas, wurde dieses umfassend und sehr gekonnt in die Geschichte eingebaut.

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