Eigentlich wollte der Berliner Hauptkommissar Stefan Rieder auf Hiddensee etwas Ruhe finden; als man einen Toten findet, ist es damit vorbei …

Um ein wenig Ruhe zu finden, lässt sich Hauptkommissar Stefan Rieder von Berlin auf die Ostseeinsel Hiddensee versetzen. Hier soll er als Zivilbeamter ein Auge auf die Sicherheit der Touristen haben – sehr zum Missfallen des hiesigen Inselpolizisten Ole Damp. Als jedoch schon bald am Südstrand der Insel, nahe dem Leuchtfeuer Gellen, eine Leiche auftaucht, ist es schnell vorbei mit der erhofften Ruhe und das ungleiche Duo muss sich zusammenraufen, um gemeinsam einen Mörder zu finden. Ihre einzige Spur: eine kleine Goldmünze in der Hand des Toten …


 

 

Wart ihr schon einmal auf der Insel Hiddensee? Ich zumindest nicht. Aber spätestens seit diesem Buch möchte ich diesen Flecken Erde einmal besuchen. Immerhin habe ich jetzt die Möglichkeit, neben der Erholung, die Orte aus dem Buch zu erkunden. 

 

Ich muss dazu gestehen, dass ich die Rieder& Damp-Reihe von hinten begonnen habe und somit „Schwarzer Peter“, mein erstes Buch aus ihr war. Doch gerade deswegen wollte ich nun die Anfänge der beiden Polizisten kennenlernen und einmal sehen, wie es überhaupt zur Zusammenarbeit kam. Dies erwies sich als recht unterhaltsam, da sich die beiden Männer nicht wirklich verstanden. Kein Wunder, denn der eine ist von der Insel und somit mehr damit beschäftigt, die Fahrräder nach Mängeln abzusuchen, während der andere in Berlin schon so manchen großen Fall hatte. Das da erst einmal dicke Luft ist, kann man sich vorstellen. 

 

Doch die Streitereien wehren nicht ewig, da plötzlich eine Leiche am Strand gefunden wird. Dies sorgt auf der kleinen Insel natürlich für Aufsehen, weswegen Rieder nicht nur schnell wieder mit seinem alten Präsidium in Berlin Kontakt aufnehmen muss, sondern auch gleich einmal erfährt, was es überhaupt heißt auf einer Insel zu leben, in der jeder jeden kennt. Fragen sind hier natürlich unerwünscht, aber ein paar Details aus den Ermittlungen darf man gerne erzählen. So lernte ich so ganz nebenbei die Leute, ihre Berufe und ihre Geschichten kennen, die nicht nur detailreich, sondern auch sehr authentisch wirkten. 

 

Auch der Fall war eine spannende Sache, da er die Geschichte der Insel und besonders die Kunstszene gut in Szene setzte. Selbst der Mord blieb nicht das einzig Kriminelle. Aufgrund der Ermittlungen wurden so einige Straftaten festgestellt, die mich ehrlich gesagt mehr als überraschten. Besonders die Ausreden, wieso man es gemacht hatte waren so unverschämt, das sie schon fast wieder genial waren. Ich hatte also nicht nur Spannung, sondern auch eine bisschen was zum Ärgern und auch eine Menge unterhaltsame Momente. Eine wirklich gute Mischung.  

 

Trotz viel Lob machte mir eine Sache trotzdem Sorgen und das ist das Wesen der Insel und seiner Bewohner. Im Buch werde diese als sehr neugierig und Fremden gegenüber als sehr misstrauisch dargestellt, was sie teils sehr unsympathisch machte. Natürlich waren sie zu den Besuchern stets nett, aber eben auch nur, weil ihr Einkommen von ihnen abhing. Das gab mir reichlich zu denken, denn es wäre schade bei einem Besuch vielleicht genau dies anzutreffen. Ich hoffe es zwar nicht, aber weiß. Bis dahin, freue ich mich aber erst einmal auf den nächsten Band, der mich hoffentlich genauso begeistert. 


 

 

 

Wer ein bisschen Inselfeeling genießen möchte und dabei kein Problem damit hat einen kniffligen Fall zu lösen, der darf gerne einmal Rieder & Damp auf Hiddensee besuchen. Trotz des schlichten Designs, bot mir der Krimi eine spannende, aber unterhaltsame Geschichte mit viel Tiefe. 


Mitteldeutscher Verlag – 216 Seiten – Taschenbuch: 9,90 € – Krimi – 01.02.2010


 

Vielen Dank an den „Mitteldeutscher Verlag“ für das Rezensionsexemplar


Bereits gelesene Bücher des Autors:

Schwarzer Peter


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