[Rezension] „Die Welt kann ein Lächeln verändern“ von Maik Martschinkowsky

[Rezension] „Die Welt kann ein Lächeln verändern“ von Maik Martschinkowsky

25. Juni 2019 0 Von Anja liest

Klappentext

 

Es heißt immer, reden hilft. Aber oft entstehen Missverständnisse ja gerade, weil man miteinander spricht. Niemand weiß das besser als Maik Martschinkowsky: Immer wieder verwickelt ihn die Welt in unentrinnbare Mono- und Dia­loge, in peinliches Nicht-schweigen-Können oder intensives Gegeneinander-vorbei-Reden – und viel zu oft sind alle Beteiligten gnadenlos darum bemüht, den Konflikt aufzulösen.

Nicht dabei sein ist hier alles. Maik Mart­schin­kowsky war aber immer dabei. Zu seinem Leidwesen, zu unserem Glück, denn so dürfen wir davon lesen. Ein Plädoyer wider gelangweilte Lebensfreude, bequeme Unwahrheiten und dumpfe Euphorie, den goldenen Durchschnitt und das Behagen in der Unkultur. Und wer sich fragt, was den Autor sonst noch um-, an- oder wegtreibt, bekommt auch darauf eine Antwort. Wer sich das nicht fragt, bekommt sie trotzdem.

 


 

Meine Meinung

 

Wenn mich etwas seit geraumer Zeit packt, dann Poetry Slamer und ihre Bücher. Lange Zeit habe ich mich von Lyrik oder nur ansatzweise poetischen Texten ferngehalten, da die Erfahrungen mit ihnen sehr negativ belastet waren. Tut mir ja leid, für die alten Klassiker, aber ich habe sie nun mal meist nicht verstanden. Zum Glück hat die Moderne neue Künstler hervorgebracht, welche mir nicht nur wieder Spaß an der Lyrik gaben, sondern auch aktuelle Themen verständlich und unterhaltsam verpackt haben.

 

Damit kommen wir auch zum Buch, denn dieses war für mich eine wahre Schatzkiste an Erkenntnissen. Das wohl beste Beispiel dabei war der Text „Talk mit System“, in welchem die Demokratie eine Talkshow moderierte, in der, der Kapitalismus, der Kommunismus, die Anarchie und der Faschismus Gäste waren. Lustige Vorstellung, oder? Für mich stand allerdings im Vordergrund, das bei der Diskussion der Gäste, ganz klar gezeigt wurde, für was sie eigentlich stehen. Wer bei den vielen Worten oder Beschreibungen der politischen Länderführung etwas ins Straucheln gerät, dem dürfte hier geholfen sein. Ich selbst fand es toll, da der Text nicht nur unglaublich unterhaltsam war, sondern weil das Thema des Abends „Zukunft – ja oder nein?“ hieß. 

 

Doch ich wurde auch anderweitig unterhalten, denn neben interessanten Talkshow-Runden gab es auch Jobcenter-Besuche, ein sich reimendes Gedicht über Ninja-Hochzeiten oder Sitzungen in Fotoautomaten. Wenn es dem Buch an etwas nicht mangelte, dann an Vielfalt. Trotz allem, war bei allen Texten eines zu spüren und das war Hingabe. Egal ob politisch oder im sozialen Bereich, die Thematiken verfehlten nie ihren Zweck, welcher war, die realen Zustände einmal näher zu beleuchten. Kommen euch politische Debatten auch immer mehr vor wie Sportveranstaltungen vor oder das die Wahrheit schon längst tot ist? (Hier darf gerne einmal darüber nachgedacht werden)

 

Ja, ich habe viel gelacht. Ok, das ist untertrieben, denn tatsächlich habe ich ganze Sturzbäche an Tränen vergossen, während ich versuchte mit dem verschwommenen Blick noch mehr Inhalte in mich aufzusaugen. Dies zog sich bis zum letzten Text, bei dem ich zwar tränenüberströmt, aber mit einem Lächeln, das Buch ins Regal stellte. Im Kopf es wird allerdings noch eine Weile offen  liegen bleiben, da es mir hier einfach zu viel Material zum Nachdenken gegeben hatte. 

 

Mein Fazit

 

So schräg das Lächeln auf dem Buchcover auch ist, es passte einfach, denn bis zur letzten Seite wollte mein Lächeln nicht verschwinden. Dafür sorgten anregende Texte zu den verschiedensten Themen, die aktueller nicht hätten sein können. Mir wurde mir nicht einfach Humor geboten, nein, es war der wohl lehrreichste Humor, der mich je zum Nachdenken angeregt hat. Einfach toll. 

 


Satyr Verlag 164 Seiten – Softcover: 14,00 € – eBook: 9,99 € – Poetry Slam/Humor – 18.03.2019 – ISBN: 978-3-947106-22-6


 

Die Bewertung

Ein großes Danke an den Satyr-Verlag, für das Rezi-Exemplar