Dreißig Jahre ist es her, seit der kopflose Reiter das verschlafene Dorf Sleepy Hollow in Angst und Schrecken versetzte. Da wird in den Wäldern die Leiche eines Jungen gefunden, dessen Kopf und Hände abgetrennt wurden. Ist der Reiter wieder erwacht? Um die Lebenden vor den Toten zu beschützen, ist diesmal jedoch nicht Ichabod Crane zur Stelle, sondern ein 14-jähriges Kind: Ben Van Brunt weiß, welches Monster durch die Wälder streift. Doch außer seinem Großvater Brom schenkt ihm niemand Glauben. Bis zu dem Tag, als die Bewohner von Sleepy Hollow am eigenen Leib erfahren, dass selbst alte Legenden alles andere als vergangen sind …

 

 

 

Auch wenn mir die Titel von Christina Henry´s Büchern sehr zusagten, schaffte es bisher keines davon in meine Hände. Mit der Legende von Sleepy Hollow wollte ich dies nun ändern, da ich die Originalgeschichte von Washington Irwing, sowie die Tim Burton-Verfilmung sehr mochte. Ersteres empfehle ich vor diesem Buch zu lesen, da es einen guten Überblick über die Geschehnisse der Vergangenheit gibt.

 

Mit viel Freude startete ich diesen Band und kam aufgrund des flüssigen Schreibstils, auch sehr gut voran. Ich fand es spannend wieder an diesem abgelegenen Ort zu sein, zumal man ihn auch sehr gut beschrieb. Egal ob das Dort oder die Wälder, alles klang stimmungsvoll und verbreitete den passenden Flair. Dies kann ich von er Handlung des Buches leider nicht so wirklich sagen. Man merkte zwar, dass sich das Original zum Vorbild genommen wurde, es aber eben doch anders sein sollte.

 

Dies schaffte man zuerst einmal mit Ben, welcher eigentlich als Bente auf die Welt kam, aber schon lange versucht, allen klarzumachen, dass er als Junge leben will. Diesen Aspekt des Buches fand ich sogar ganz gut, denn man weiß ja nicht, ob früher wirklich Personen lebten, die gerne in ihrem wahren Geschlecht gelebt hätten. Ben als Person war für mich somit wirklich interessant, jedoch überspannte man für mich den Bogen, in de man seinen Kampf um Anerkennung an vorderste Stelle legte. Dies wäre für mich nur dann ok gewesen, wenn gleich danach der Reiter eine Rolle gespielt hätte. Dieser wurde zwar immer wieder erwähnt, aber einen Auftritt erhielt er nur sehr spät und dann auch in einem für mich verwirrenden Kontext.

 

Ich hatte hier gehofft, dass man das Mysterium fortführen würde, doch stattdessen tauchte man immer wieder ins Ben Gedanken ab, die sich vorallem darum drehten, was Brom von ihm hielt, was er tun würde oder was er sagen würde. Dass man dazu auch noch ständig hin und her rannte, ohne dass es einen wirklichen Grund gab, machte irgendwann auch keinen Spaß mehr. Auch die Morde zogen mich nicht in ihren Bann. Sie waren zwar stellenweise wirklich brutal und hatten es mysteriöses an sich, aber sie trafen eben meist Charaktere, mit denen man nicht so wirklich Mitleid haben konnte.

 

Richtig enttäuscht war ich schließlich vom finalen Kampf, denn hier verlor ich endgültig den Überblick über die Geschehnisse. Dementsprechend konnte ich auch mit den letzten Seiten nur sehr wenig anfangen. Was ich jedoch mitbekam, war die Darstellung eines Reiters, der alles andere als furchteinflößend war. Eigentlich echt schade, denn ich hatte hier eindeutig was anderes erwartet.

 

 

Mein erstes Buch von Christina Henry, wird wohl auch mein einziges bleiben, denn ihre Erzählung zur Legende von Sleepy Hollow konnte mich nur an wenigen Punkten wirklich begeistern. Dies kann auch das wundervolle Cover-Design nicht retten, auch wenn ich es noch so toll finde.

 

 


 

Autor/-in: Christina Henry
Übersetzung: Sigrun Zühlke
Titel: Die Legende von Sleepy Hollow – Im Bann des kopflosen Reiters
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-7645-3275-8
Erscheinungsdatum: 28.09.2021
Preis: 20,00 €
Ich danke der Penguin Random House Verlagsgruppe für das Rezi-Exemplar

2 thoughts on “[Rezension] „Die Legende von Sleepy Hollow – Im Bann des kopflosen Reiters“ von Christina Henry”

  1. Guten Morgen!

    Negative Meinungen hab ich bisher eher selten gesehen über ihre Adaptionen… schade dass es dich nicht überzeugen konnte. Ich hab von ihr bisher nur den ersten „Alice“ Band gelesen, die Fortsetzung aber nicht mehr. Was nicht daran lag, dass es mir nicht gefallen hatte, sondern weil so viel Zeit vergangen war und ich mich schlecht erinnern konnte.
    Dann kamen die Einzelbände und die verschiedenen Märchen haben mich schon neugierig gemacht. Rotkäppchen ist jetzt auch eingezogen, das werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Davon hängt dann ab ob ich noch weitere lese.
    Das Original von Sleepy Hollow kenne ich nicht, ich hab nur den Film gesehen, den ich aber sehr gut fand.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Juhu Aleshanee,

      so unterschiedlich sind halt die Geschmäcker. Ich selbst fand es auch voll schade, denn die Legende von Sleepy Hollow finde ich ungemein spannend. Ansonsten interessierten mich noch die Alice-Adaptionen. Mal sehen vielleicht gebe ich dem ersten Band noch eine Chance. Immerhin gefiel mir nur der Handlungsaufbau nicht. Der Schreibstil an sich war aber recht angenehm.

      Bei den anderen Geschichten bin ich dagegen vollkommen raus. Falls du dich an Sleepy Hollow wagst, kann ich dir auf jeden Fall empfehlen den Band von Washington Irving zu lesen, da Buch und Verfilmung einige Unterschiede aufweisen. 🙂 Ich wünsche dir aber erstmal viel Spaß mit Rotkäppchen und dazu natürlich ein wundervolles Wochenende.

      Liebe Grüße, Anja

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