Mein Name ist Harry Blackstone Copperfield Dresden. Nutzen Sie meinen Namen auf eigenes Risiko für Beschwörungen. Wenn Sie es nachts mit der Angst zu tun bekommen, dann schalten Sie das Licht ein. Erst wenn Ihnen wirklich sonst niemand helfen kann, rufen Sie mich an. Das tat auch Lieutenant Karrin Murphy von der Chicagoer Polizei, als sie vor den Opfern eines bizarren Doppelmords stand. Die Tat war eindeutig durch etwas Übernatürliches verübt worden. Doch was den Fall noch viel gefährlicher machte: Das eine Opfer war der Leibwächter von »Gentleman« Johnny Marcone, dem Kopf des organisierten Verbrechens in der Stadt. Ich wollte auf keinen Fall zwischen die Fronten eines Mafiakrieges geraten. Leider blieb mir keine Wahl, und am Schluss war ich dankbar für jeden Funken Magie, der noch in mir steckte.

 

 

Magie ist schon was Tolles. Es ist nur irgendwie doof, wenn man sie nicht einsetzen darf, da mal ein Zauber nach hinten losging und man nun einen Bewährungshelfer hat. Doch nicht nur mit diesem Merkmal sticht Harry Dresden hervor, denn er ist der einzig offen arbeitende Zauberer in ganz Chicago.

 

Schon bei der Kurzbeschreibung ließen sich für mich gewisse Ähnlichkeiten zur Reihe von Alex Verus erkennen. Und da ich diese sehr interessant finde, freute ich mich darauf, auch diese Welt kennenzulernen. Tatsächlich machte dies auch mächtig Spaß, denn Harry Dresden war ab der ersten Seite äußerst sympathisch. Zwar war er stellenweise etwas altmodisch denkend, aber gerade das machte auch ein wenig seinen Charme aus. 

 

Dazu war es aber auch sehr unterhaltsam zu sehen, wie er in einer Welt voller Elektronik leben musste, welche sich mit seiner Magie überhaupt nicht vertrug. Spannend dabei war die Tatsache, dass der Autor dies nicht einfach so einbaute, sondern sogar erklärte, warum in Harrys Nähe Telefone nicht funktionierten oder Fahrstühle einfach feststeckten. Diese Art von Details schätze ich immer sehr, besonders wenn sie dann auch noch wie hier konsequent durchzogen werden.

 

Die Handlung selbst sagte mir ebenfalls sehr zu, da man hier viele Elemente miteinander verstrickte und zusammenführte. Wie auch schon bei der Magie, zeigte der Autor, dass er auch für seine Story so einige Ideen parat hatte.  Dementsprechend  überraschte mich besonders der hohe Gewaltgrad, der dazu auch noch sehr detailliert beschrieben wurde. Ich fand dies jetzt nicht schlimm, da es zu dieser düsteren Welt passte, aber ich hatte es eben nicht erwartet. Was ich ebenfalls nicht erwartetet hatte, war der hohe Grad an Sexualisierung. Dass man bei einer Person, die man mag, vielleicht einmal wilde Gedanken hat, kein Problem. Aber in unpassenden und total unlogischen Momenten zu erwähnen, wie toll die Lippen einer Person waren oder wie gut in Form und sexy jemand sei, obwohl diese Person gerade als zerstückelte Leiche vor einmal lag, wirkte irgendwie fehl am Platz.

 

Was mich am Band aber meisten störte, waren die Nebencharaktere. Besonders Lieutenant Karrin Murphy brachte mich regelmäßig zur Weißglut, da ihre Art einfach nur unsympathisch war. Sie forderte unentwegt Dinge von Harry, ohne auch nur selbst einen Finger krumm gemacht zu haben und wurde beleidigend, wenn Harry nicht sagte, wieso er hier nur wenig tun konnte. Wieso Harry diese Frau, samt ihrem Helfer, als Freunde ansah, blieb mir ein Rätsel, denn sie halfen ihm nicht einmal, sondern bezichtigten ihn der Lüge oder der Täuschung. Tatsächlich gab es im Buch keine Nebenperson, die Harry einfach so mochte. Jede Person wollte immer etwas von ihm und das nur um selber besser dazustehen. Dies führte bei mir dazu, dass ich zwischendurch tatsächlich abbrechen wollte. Ich hoffe sehr, dass dies im Nachfolger wird, denn ansonsten werde ich wohl Harry Dresden nicht weiter lesen können. 

 

 

Tatsächlich hatte ich mir meinen ersten Band mit Harry Dresden anders vorgestellt. Zwar auf jeden Fall magisch, aber deutlich gewaltarmer und mit weniger unsympathischen Charakteren. Harry selbst stach noch am positivsten hervor, wobei auch er ein paar Fehler hatte. Am besten gefiel mir die Handlung, denn diese war spannend, voller guter Ideen des Autors und herrlich leicht zu lesen.

 

 


 

Autor/-in: Jim Butcher
Übersetzung: Jürgen Langowski
Titel: Die dunklen Fälle des Harry Dresden – Sturmnacht
Genre: Urban Fantasy
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3-7341-6335-7
Erscheinungsdatum: 23.11.2022
Preis: 12,00 €
Ich danke der Penguin Random House Verlagsgruppe für das Rezi-Exemplar

Ich freue mich stets über Kommentare.