Endlich ein neuer kurioser Fall für Sidney Grice, Londons besten Detektiv! Alles ist ruhig in der Gower Street 125 – zu ruhig. Während Sidney Grice über die anatomische Struktur menschlichen Haares nachdenkt, raucht seine Patentochter March Middleton eine heimliche Zigarette nach der anderen. Endlich werden die beiden von einer jungen Dame erlöst, die Sidney um Hilfe bittet. Ihr Vater wurde brutal ermordet. Alles geschah in seinem hermetisch abgeriegelten Haus und es gibt keine Spuren eines Einbruchs. Doch schnell kommt Sidney dahinter, dass er in Wahrheit zwei Mordfälle aufklären muss. Denn Onkel und Tante des Verstorbenen wurden zehn Jahre zuvor auf die gleiche grausame Art umgebracht. Kein leichtes Unterfangen – selbst für Londons besten Detektiv. Dies ist Band 4 der Gower Street Detective Reihe. Sidney Grice ermittelte auch in diesen Fällen: Band 1 – Mord in der Mangle Street Band 2 – Der Fluch des Hauses Foskett Band 3 – Tod in der Villa Saturn


 

 

Schon zum 4. mal schlüpfte ich in das London, in welchem Sidney Grice seine Dienste als privater Ermittler zu enormen Preisen anbietet. Dabei wäre enorm sogar noch untertrieben. Sidney Grice hatte auch es auch diesmal nicht verlernt, seinen Klienten offen und ehrlich zu sagen, dass sie zwar gute Dienste bekämen, aber eben seine überteuerten Preise bezahlen müssten. Diese und so einige anderen Arten von ihm führten dazu das einige die Reihe vorzeitig abbrachen. Doch was andere förmlich anwiderte, machte mich immer neugieriger. Und das aus gutem Grund.

 

Nachdem aufreibenden letzten Abenteuer gab es in der Gower St. 125 endlich wieder etwas Normalität. Doch das diese nicht lange weilen sollte, zeigte sich in dem eine neue Klientin die Räume des Ermittlers betrat. Die Aufklärung eines Mordes stellte sich dabei aber nicht gerade als leichte Übung, da dieser mit anderen Morden in Zusammenhang stand. Leider begann auch hier mein Problem mit dem Buch. Aufgrund der Einsichten in den aktuellen Fall und den der Vergangenheit, nahm die Menge an Charakteren enorm zu und ich verlor die Übersicht. Oftmals verwechselte ich Personen oder konnte sie nicht direkt zuordnen. Hier hätte ich mir gewünscht, das man ein Personenverzeichnis mit in das Buch eingebaut hätte, wo ein paar Informationen festgehalten wurden. 

 

Da es dieses aber nicht gab, konnte ich das Buch nicht so genießen wie ich es gerne getan hätte. Immerzu zu überlegen, wer jetzt in welche Zeitlinie gehörte und wer jetzt welche Position innehatte nahm der Handlung ein wenig die Spannung. Zum Glück aber nicht ganz. Immer wieder kam es zu unerwarteten Wendungen, welche neue Details und Hinweise ans Tageslicht brachten. In diesen Momenten saß ich staunend vor dem Buch und war förmlich davon geplättet wie weit der Autor gedacht hatte. 

 

Wer nämlich einen einfachen Krimi erwartet ist hier falsch. M.R.C. Kasasian entwickelt stets komplexe Fälle, welche aus den kleinsten Details bestehen. Dies wird nur noch intensiver, wenn man die Charaktere gegenüber stellt. Außer ein paar Vogelperspektiven, erlebt man den Rest der Handlung aus der Sicht von March Middleton. Hier würde ich fast schon zum Glück sagen, denn aus der Sicht von March werden viele Dinge noch sehr freundlich beleuchtet. Dabei zeigt die Geschichte deutlich, wie groß der damalige Unterschied zwischen Arm und Reich war, in dem fast all Personen fast schon dümmlich wirkten. Hier heißt es sich tatsächlich in die Lage und die Zeit zurückzuversetzen. Damals war noch vieles anders, was der Autor auf eine sehr intensive Art wiedergab. 


 

 

M.R.C. Kasasian erschuf wieder einen packenden Band um den privaten Ermittler Sidney Grice und scheute sich auch diesmal nicht außergewöhnliche Persönlichkeiten in seine Geschichte einzubauen. Trotzdem wäre ein Personenverzeichnis für ein besseres Verständnis der Handlung besser gewesen, da so viele spannende Momente den Kürzen gezogen hatten. Ansonsten freue ich mich schon auf den Nachfolger und hoffe dann wieder mit dem skurrilsten Ermittler-Duo zu ermitteln. 


Atlantik Verlag – 608 Seiten – Hardcover: 22,90 € –
Krimi – 04.11.2019

 

Ich danke dem „Atlantik Verlag“ für das Rezensionsexemplar


Bereits rezensierte Bücher des Autors

Mord in der Mangle StreetDer Fluch des Hauses FoskettTod in der Villa Saturn


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