Das Meisterwerk, das neue Maßstäbe in der Horrorliteratur gesetzt hat

Ben Mears kehrt nach Salem’s Lot zurück und interessiert sich dort für das Marsten-Haus. Von diesem Haus geht eine unheimliche Kraft aus, und bald zeigt sich, wer in Salem’s Lot sein Unwesen treibt: ein Vampir. Ben wagt es mit einigen Helfern – darunter ein alter Mann, eine junge Frau und ein Kind –, den Kampf gegen die Macht des Bösen aufzunehmen. Doch dieses Wagnis kostet furchtbare Opfer.


 

 

Wenn es um Vampire und andere mystische Wesen geht, kann ich nie genug von ihnen bekommen. Um so gespannter war ich schließlich auf „Brennen muss Salem“. Hier erhoffte ich mir nicht nur eine interessante Handlung und neue Aspekte über Vampire, sondern natürlich auch ein wenig Horror. Doch leider wurden nicht alle meine Wünsche erfüllt.

 

Den Start ins Buch fing bereits sehr mystisch an und verschaffte mir einen ersten Einblick in das, was mich in der Geschichte erwarten würde. Besonders die Kleinstadt, in welcher die Handlung spielen würde, war dabei besonders präsent. Jerusalem´s Lot oder kurz Salem´s Lot, machte nämlich damit Schlagzeilen, dass es innerhalb kürzester Zeit komplett ohne Bewohner war. Klang schon einmal sehr eigenartig, aber auch unglaublich spannend, zumal ich bereits wusste welches mystische Wesen daran schuld war. Doch was passierte genau? Diese Frage sollte mir die Geschichte beantworten.

 

Bereits nach den ersten Seiten, konnte ich für mich ganz klar sagen, dass dies auf jeden Fall wieder ein King-Roman war. Dies zeigte sich besonders an den Bewohnern der Kleinstadt, welche alle etwas Besonderes auf sich hatten. Die einen mochte man, die anderen hasste man, aber alle fühlten sich einfach gut an, da sie einfach sehr individuell waren. Trotzdem fiel es mir aufgrund der schieren Menge an Charakteren schwer, sie alle zu behalten. Als ich das Buch las, konnte ich sie zwar alle unterscheiden, aber gerade im Nachhinein blieben mir nur Mark, Susan und Straker im Gedächtnis, da diese sehr markante Rollen hatten. 

 

Als dann das Thema „Vampire“ ins Spiel kam, war ich gespannt, wie King sie wohl inszeniert haben würde. Leider waren hier meine Erwartungen wohl einfach zu hoch, denn hier gab es wenig Neues. Besonders der Zusammenhang mit kirchlichen Glauben und der Benutzung von Kruzifixen oder Weihwasser, war für mich nichts, was ich nicht schon gelesen hatte. Wer bereits Romane mit Vampiren gelesen hat, der dürfte hier auf jeden Fall wenige Überraschungen vorfinden. Was ich jedoch fand, war Horror. Auch wenn die Bekämpfung der Vampire etwas eintönig war, schafften es King´s Beschreibungen doch, mir hin und wieder eine Gänsehaut zu verpacken. Klar hier braucht es viel Vorstellungskraft, aber so manche Szenerie wünschte ich mir auf jeden Fall nicht im eigenen Umfeld. 

 

Durch die vielen Details und die Beschreibungen der Charaktere zog sich die Geschichte trotzdem ganz schön. Die Wechsel zwischen einzelnen Personen brachten zwar Abwechslung, enthielten manchmal aber Dialoge, die für die Haupthandlung nichts beitrugen. Klar, King wollte das man mit den Protagonisten mitfieberte, aber etwas kürzer hätte es meiner Meinung nach schon sein dürfen. Zudem fiel mir vermehrt der Gebrauch von Markennamen auf. Damals wahrscheinlich ganz gebräuchlich, war es für mich fast schon unangenehm, das statt Oberbegriffen wie Eistee oder Whisky, eben Marken genannt wurden. 

 

Zuletzt möchte ich aber noch den Charme des Buches belobigen. Da es bereits 45 Jahre alt ist und die Handlung auch in etwa zu dieser Zeit spielte, liebte ich den Flair dieser Zeit. Statt Handys und Computer, gab es eben nur feste Telefone, auf welche man sich eben verlassen musste. Somit entstand schon Angst, wenn der versprochene Anruf nicht kam oder eben keinen ihn annahm. Heute nicht mehr vorstellbar, aber für die Handlung ein echt tolles Wirkungsmittel.


 

 

„Brennen muss Salem“ hatte seine Höhen und Tiefen und konnte mich am Ende nur teilweise überzeugen. Gerade bei der Thematik Vampire hatte ich wohl zu große Hoffnungen, denn genau in diesem Bereich versagte das Buch meiner Meinung nach. Hier gab es wenig Neues zu entdecken, was man nicht schon ein paar Mal gelesen hatte. Ein paar Gänsehaut-Momente gab es trotzdem. Allerdings konnte mich die Geschichte rund um Ban Mears beeindrucken, was vor allem an detaillierten Beschreibungen lag. Trotzdem hatte ich mehr erwartet. 


Heyne Verlag – 656 Seiten – Taschenbuch: 10,99 € –
Roman/Fiktion – 13.04.2020

 

Ich danke dem „Heyne Verlag“ für das Rezensionsexemplar


Bereits rezensierte Bücher des Autors:

Friedhof der KuscheltiereDer dunkle Turm: DreiDer OutsiderSleeping BeautiesMind ControlFinderlohnMr. MercedesDer dunkle Turm:Schwarz – Die Arena

9 thoughts on “[Rezension] „Brennen muss Salem“ von Stephen King”

  1. Liebe Anja!
    Hach ja, Salem’s Lot. Diesem scheinbar ausgestorbenen Nest begegnet man auch immer mal wieder in Kings Kurzgeschichten. =) Ich hatte mit der Geschichte an sich auch ein paar Schwierigkeiten, was bei mir aber auch häufig an der mangelhaften Übersetzung meiner Ausgabe lag, das vampirische Gruselabenteuer an sich hat es schon in sich gehabt. In deiner Rezension betonst du ja öfter, dass es bei den Vampiren für dich nichts neues mehr zu entdecken gab – bleibt die Frage, wie neu es vor 45 Jahren war 😄 (und wie doll vllt neu dazukommende Aspekte wären, ich denke da nur an… Äh… Glitzer…. 😄)

    Alles Liebe!
    Gabriela

    1. Huhuchen Gabi,

      da ich die Kurzgeschichten noch nicht in die Hände bekam, bin ich jetzt auf jeden Fall gespannt was mich da erwartet.

      Ja, das mit dem Alter des Buches war für mich auch so ein Thema. Deswegen schaute ich mal was für Vampir-Geschichten bis zu diesem Zeitpunkt so existierten und wie sie die nächtlichen Plagegeister handhabtem. Hier kann sich Salem´s Lot wirklich mit einreihen, denn auch bei denen gab es keine anderen Bekämpfungsmittel wie Kruzifix oder so. Ich nehme aber mal an, das 1975 gerade keiner Vampire auf dem Schirm hatte und das Buch somit viele überraschte. Und höre mir ja auf mit glitzernden Vampiren. 😀 Wer es aus meiner Sicht richtig gemacht hat, war Darren Shan oder die Filmreihe „Hotel Transsilvanien“. Klar die sind mehr aus der Neuzeit, wussten aber das Thema mal etwas anders anzugehen. ^^

      Viele liebe Grüße, Anja

    2. Da klinke ich mich mal bei Gabrielas Kommentar ein, da ich ja mit ihr relativ parallel den Marathon zu Stephen King angehe und Salems Lot vor ca einem Jahr als Hörbuch hatte.

      Klar ist es so, wenn man Fan von Vampirgeschichten ist, kaum neue Aspekte dazu kommen. Wobei ich hier noch anfügen möchte, dass King das Rad nicht neu erfinden wollte. Vielmehr sollte die Geschichte eine Verbeugung vor Bram Stoker sein und Dracula entsprechend referenzieren. Daher empfand ich diese Dinge als passend eingesetzt und auch nicht langweilig. Neue Aspekte erwartete ich auch nicht. Allerdings möchte ich da vehement widersprechen, dass King da keine neuen Wege geht, was ich an der Figur Callahan festmachen würde. Es wäre ja das einfachste gewesen, genau diesen Priester zur Erleuchtung kommen zu lassen, sein Kruzifix gegen Barlow einzusetzen und gut wäre es gewesen. Aber genau das macht King nicht , sondern macht Callahan quasi zu einem Gebrandmarkten, was ich so als starke Wende in der Geschichte sehe (und mir durch die Geschichte um den dunklen Turm schon kannte, sonst hätte sie mich mehr überrascht).

      Aber was die generellen Kampfmittel gegen Vampire und auch deren Verhalten betrifft gebe ich dir vollauf recht. Hat für mich aber gepasst, vor allem wenn man den Kontext sieht, wann das Buch geschrieben wurde.

      Viele Grüße
      Marc

  2. Hallo Anja!
    Deine Rezension unterschreibe ich genau so! 😀
    Meiner Meinung nach ist es ein spannendes Buch, aber wie du schon sagst, der Vampir Teil birgt keine großen Neuigkeiten. Aber vielleicht liegt das auch daran, weil Vampirgeschichten heute eher präsenter sind als vielleicht damals?! Ich weiß es nicht.
    Auf jeden Fall finde ich merkt man auch die Ähnlichkeiten mit Bram Stoker’s Dracula, von dem King für Brennen muss Salem sich hat inspirieren lassen.
    Liebe Grüße
    Diana

    1. Huhu liebe Diana,

      ja, an Bram Stoker´s Dracula kam ich gedanklich ehrlich gesagt auch nicht vorbei. Dafür waren die Auffälligkeiten zu markant. Zu dieser Zeit hat man wirklich selten was von Vampiren lesen dürfen, aber genug Literatur über Dracula, Vlad oder Helsing gab es zu dem Zeitpunkt bereits. Kennst du „I am Legend“ mit Will Smith, das Buch dazu erschien 1954 und handelt auch von Vampiren. Eigentlich echt krass, oder?

      Aber ich freue mich trotzdem das ich mit meiner Meinung nicht so ganz allein da stehe. ^^

      Liebste Grüße, Anja

  3. Hallo Liebes,

    Ich hatte mich bisher nicht weiter mit dem Buch beschäftigt. Dachte aber immer, dass es wohl um Hexen gehen muss. Diese verbindet frau* irgendwie automatisch mit Salem.
    Dass es aber von einen Vampir handelt, hätte ich nicht vermutet.

    Schade, dass dich das Buch nicht so richtig fesseln konnte.

    Liebst,
    RoXXie

    1. Huhu RoXXie,

      mir ging es wie dir. Mit Salem verband ich grundsätzlich Hexen. Als ich dann die Kurzbeschreibung zum Buch las, war ich ziemlich verblüfft, als ich das Wort Vampir entdeckte. Meine Neugier war dadurch aber erst recht geweckt. ^^ Schade nur, das genau dieser Aspekt mich dann nicht so packte.

      Liebe Grüße, Anja

Ich freue mich stets über Kommentare.