[Rezension] Beth Goobie – Ausgelost

[Rezension] Beth Goobie – Ausgelost

10. August 2018 0 Von Anja liest

 

Infos zum Buch
– Fischer Verlag – Taschenbuch – 320 S. – 8,90 € –  
Jugendbuch – ISBN: 978-3596805310

Klappentext

 

Jedes Jahr führt das selbst ernannte Schattenkomitee an der High School in Saskatoon eine makabre Auslosung durch: Der „Gewinner“ wird ein Jahr lang von allen schikaniert. Diesmal trifft es die 15-Jährige Sal, deren Freunde sich daraufhin ohne Zögern von ihr abwenden. Eine fesselnde Geschichte über Machtspiele, Mobbing und den Mut, sich zu wehren.

 

Meine Meinung

 

Mobbing ist ein Thema das immer mehr in Vordergrund rückt. Schön ist dies nicht, denn es zeigt das es manchen Menschen Spaß macht, andere Personen zu schikanieren. Sei es aus Langeweile, Machtdarstellung oder aus purer Gehässigkeit, es ist grausam und kann schlimm enden, wenn das Opfer die Qualen nicht mehr aushält. 

Im Buch geht es um Sal, welche an der High-School ist und dieses Jahr zur Gewinnerin der alljährlichen Auslosung geworden ist, welche ein Komitee aus Schülern veranstaltet. Ein Jahr lang soll sie nun die Sklavin dieser Gruppe sein und jede erdenkliche Aufgabe für sie erledigen. In der Hinsicht fängt das Buch äußerst spannend an, da man die Schrecksekunden von Sal mit erleben kann, in denen sie erfährt, was ihr jetzt ein Jahr lang blüht. Auch wenn man sie erst ein paar Seiten kannte, wollte ich nicht, das sie das erleben müsste, denn gerade lustig klang diese Auslosung nicht. 

Im Laufe des Buches erlebte ich schließlich was Sal für Aufgaben erledigen musste und war ehrlich gesagt irritiert. Ich hatte erwartet, das Sal jetzt das Opfer für alle wäre. Sie wurde zwar von allen gemieden, aber es erfolgten keine Versuche ihr zu schaden. Jedoch merkt man recht schnell wie sehr ihr die Ablehnung der Anderen zu schaffen macht, denn wenn plötzlich nicht einmal die Freunde zu einem halten, kann die Welt sehr schnell sehr grau wirken. 

Die Geschichte zeigte dann immer mehr wie Sal sich in ihrer Rolle fügte und dabei Dinge tun musste, die dann wirklich Mobbingübergriffe darstellten. Hier wurde es für mich dann auch sehr emotional, da die Attacken doch sehr heftig waren und ich ein starkes Mitleid mit den Opfern bekam. Und trotzdem stellte ich mir die Frage: “ Würdest du es auch tun, nur damit deinen Freunden oder deiner Familie nix geschieht?“. Die Antwort bleibt hier jeden selber überlassen. 

Auch wenn dies Buch von Mobbing handelte, so gab es Punkte im Buch, die ich nicht wirklich verstand. Z.B. gab es an der Schule ein Mädchen welches an Autismus liet. Dies allein ist kein Problem, aber Tauni, wie sie hieß, hatte große Schwierigkeiten damit sich überhaupt selbst zu finden. Sie eckte stets irgendwo an, da sie sich nicht immer auf ihre Füße konzentrieren konnte. Kurz um, ich machte mir mehr Sorgen um sie, als um Sal, da diese wenigstens ihre Handlungen steuern konnte. Ich weiß leider nicht, wie man mit dieser Erkrankung umgeht, aber sie einfach in die Schule gehen zu lassen, ohne eine passende Aufsicht für sie zu haben, fand ich gerade zu fahrlässig. Ich verstand daher nicht, was ihr Person im Buch zu suchen hatte. 

Ein Mysterium waren mir auch die Lehrer, welche natürlich seit Jahrzehnten nix von der ganze Sache mitbekamen. Dabei wirkten sie sehr clever und aufgeweckt. Dies wollte somit auch nicht so recht passen.

Das Komitee selbst war auch eine eigenartige Gruppierung, bei der ich nicht so recht verstand, weshalb es sie überhaupt gab. Ganz nach Klischee wurde sie natürlich von den beliebtesten Schülern geführt, aber warum, blieb mir ein Rätsel.  Zudem merkte man schnell das die unterschiedlichen Persönlichkeiten schnell aneinander eckten und kein Vertrauen herrschte. Zwar handelten sie meist nach Abstimmung, aber selbst diese waren fragwürdig und undurchdacht. 

Das Ende empfand ich dann komplett als Katastrophe, da hier irgendwie nix wirklich passen wollte. Ein unerwartetes Liebespaar, plötzliche Freundschaften und ein eigenartiger Beschluss des Komitees, schrien förmlich nach Happy End, doch für mich klang dies ehr nach einem Versuch, das Ende gut aussehen zu lassen, denn die Auslosung würde im nächsten Jahr ja weiter gehen. Es hatte sich somit nix geändert.

Trotz der Kritik muss ich sagen, das ich recht gut durch das Buch kam. Es war leicht geschrieben und gerade zu Anfang sehr spannend. Dann ließ es leider stark nach, da man zu viele Elemente miteinander mischte und einige Dinge einfach keinen Sinn ergaben. Zudem wurde die Thematik „Mobbing“ nur angeschnitten und nicht vollwertig behandelt. Es gab keine Hilfe für die Opfer und keine Ende der Auslosung, alles ging einfach weiter. 

 

Mein Fazit

 

Ich hatte mir einiges mehr vom Buch versprochen. Die Geschichte wirkte auf mich nicht gerade glaubhaft, zudem wurde das Thema Mobbing nur angekratzt und nicht bei weiten so gezeigt, wie es wirklich ist. Denn ich weiß was es heißt ein Mobbingopfer zu sein und das kommt nicht ansatzweise an das heran, was ich hier las. 

 

Die Bewertung