[Rezension] Bernadette Calonego – Die Fremde auf dem Eis

9. Oktober 2017 0 Von Anja liest


Autor: Bernadette Calonego

Preis: 9,99 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 322 Seiten
ISBN: 978-1503940291
Veröffentlichung: 20.09.2016
Verlag:  Edition M by Amazon

Valerie Blaine kann ein dunkles Kapitel in der Vergangenheit ihrer Familie nicht mehr verdrängen – den gewaltsamen Tod ihrer Mutter während einer Arktis-Expedition. Ihr Vater, einst ein berühmter Eishockeyspieler, wollte nie über die Tragödie sprechen. Aber jetzt, nach dreißig Jahren, verschlägt es Valerie als Reiseleiterin mit einer Gruppentour in die Nähe des Unglücksortes. Und in die Nähe eines verwegenen Mannes. Im Inuit-Dorf Inuvik ist jedoch ein anderer Tod in aller Munde: Die Leiche einer jungen Frau wird am Rand der Eisstraße nach Tuktoyaktuk gefunden. Einige Tage später fliehen Inuit-Jäger, die einem Eisbären auflauern, vor einer riesigen Explosion auf dem Eis des Arktischen Ozeans. Weitere beunruhigende Ereignisse folgen … die örtliche Polizei erhält Verstärkung aus der Hauptstadt, die Ermittler stoßen bei der Aufklärung der Vorfälle auf erschreckende Geheimnisse.

Quelle: Amazon

Winter, Schnee und Kälte. Bald kommen sie wieder in unsere Lande und treibt uns dazu die warmen Sachen heraus zu holen. 

Die Temperaturen, die wir allerdings als kalt bis eisig empfinden, herrschen in anderen Ländern unserer Welt im Sommer. Dazu gehört auch das antarktische Kanada, über welches im Buch berichtet wird.

Ich hatte das Buch letztes Jahr gewonnen und musste nun entsetzt feststellen, das ich es noch nicht gelesen hatte. 

Dies wollte ich natürlich schnell nachholen und begann damit. 10 Seiten weiter war ich dann bereits in eine Welt eingetaucht, die mich einfach nur verblüffte.

Warum? Lest selbst.


Wenn es etwas neben dem ganzen Schnee gab, dann waren es Charaktere. Im Laufe der Geschichte lernten wir immer mehr Personen kennen, die teils zur Geschichte beitrugen, sie aber auch teils verwirrter machten.

Valerie ist eine der Hauptpersonen des Buches, der mir leider nicht so ganz gefiel. Wir erfuhren sehr viel über ihre Vergangenheit,welche nicht immer leicht zu verstehen war, da man Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Die Trennung von ihrem Mann, verstand ich zum Beispiel keineswegs. Zur Geschichte ihrer Eltern möchte ich hier nicht all zu viel sagen, da sich diese im Laufe des Buches immer mehr aufbaute und schließlich auch gelöst wurde.

Was sie allerdings wieder sympathisch machte, war ihre Art, Touristen das Land, welches nur aus Eis und Schnee zu bestehen schien, schmackhaft zu machen. Sie führte ihre Gruppe vorbildlich an und gab spannende Informationen, die man als Leser förmlich aufsog.

Clem Hardeven, dagegen konnte durchweg überzeugen. Der Behüter der Eisstrasse legte eine große Portion Neugier an den Tag, die hin und wieder störte. Allerdings merkte man einfach, das sich dieser Mann um seine Umgebung sorgte. Er wollte Sicherheit sowohl für die vielen Völker als auch für Arbeiter oder Touristen.

Natürlich gab es noch viele weitere Charaktere im Buch. Da aber die Fülle an Personen dafür sorgte , das man stellenweise nicht mehr wusste, wer, wer war und welches Amt er trug, wäre es für mich unmöglich gewesen sie alle zu benennen.

Gerade da die Geschichte in einem Land spielte, das viele noch nie besucht hatten, hätte ich mir gewünscht, das man sich mehr auf die Völker bezogen hätte und ihren Kampf gegen die Außenwelt. 


Ich kam sehr gut in das Buch und fühlte mich bereits nach einigen Seiten mehr als wohl. Die Geschichte versprach viel und lieferte auch viel, was ihr am Ende zum Verhängnis wurde.

Tatsächlich ist man im Buch sehr schnell mit den Charakteren und den vielen Handlungssträngen überfordert.
Ein Mord, Überfälle, Explosionen, Vergiftungen, falsche Freunde, die Liste der Dinge die im Buch geschahen war lang und verzweigte sich hin und wieder, was nur noch mehr verwirrte. Hier hätte ich mich gefreut, wenn man die Reise auf mehrere Bücher verteilt oder Valerie, mehr als einmal, eine Gruppe Touristen durch das Land geführt hätte. Für ein Buch war dies alles einfach zuviel.

Wenn nicht gerade etwas geschah, erlaubte es die Autorin in die wundervolle Welt der Arktis einzutauchen. Teils wurde diese so realistisch erläutert, das es mir trotz Decke und Tee gehörig fröstelte. Man hatte einfach das Gefühl mitten im Schnee zu stehen und zu spüren wie die eisige Kälte, den letzten Rest Wärme aus dem Körper zerrte. 

Besonders spannend erlas sich, das die Autorin die Strecke tatsächlich schon selbst einmal hinter sich gelegt hatte und daher, dieses Buch mit ihren Erfahrungen schmücken konnte. 

Einmal ist für mich ein Versehen, zweimal kann passieren, auch dreimal kann ich noch verschmerzen. Allerdings entdeckte ich mehr als einmal das Leerzeichen fehlten oder Sätze zum Teil doppelt hintereinander standen. Hier würde ich mir eine Bearbeitung wünschen.


Das Cover sprach mich sehr an, da es einfach zu Thematik im Buch passte. Die verschneiten Berge, der vereiste See und die kühlen Farben, einfach wunderschön. Leider aber nicht sehr auffallend. 

Hier half es auch nicht, den Titel des Buches in Rot zu gestalten, da diese Farbe sehr deplatziert wirkte.

Ich konnte es gut verstehen warum man die Gestalt mit auf das Cover genommen hatte. Immerhin stellte sie eine Person im Buch dar. Da es im Buch aber nicht nur um sie ging, hätte ich hier ein anderes Motiv gewählt.


Die Idee zum Buch war toll und die Beschreibung der Orte einfach verblüffend. Leider hakte es gewaltig an der Umsetzung der Geschichte und ihren vielen Verläufen, die den Leser schnell verwirrten.