Bartimäus – spitzzüngig, liebenswert und hinreißend komisch!

Dass Dämonen überaus heimtückische Wesen sind, ist dem Zauberlehrling Nathanael durchaus bewusst, als er den 5000 Jahre alten Dschinn Bartimäus beschwört. Aber Nathanael braucht einen mächtigen Gehilfen an seiner Seite. Denn er verfolgt einen äußerst gefährlichen Plan: Mit Bartimäus Hilfe will er das berühmte Amulett von Samarkand stehlen, das sich im Besitz des berüchtigten Zauberers Simon Lovelace befindet. Dieses Vorhaben bringt die beiden bald in tödliche Gefahr …


 

 

Wenn ich etwas durch Bücher gelernt habe, dann das Magie wirklich etwas Besonderes ist. Gerade deshalb hatte ich mich auch schon solange auf das Buch gefreut. Ich erhoffte mir eine spannende Welt, mit viel Fantasy und mit dem gewohnten Jonathan Stroud-Witz, und war sehr glücklich, dass ich dies auch wirklich bekam. 

 

Schon der Einstieg versprach nicht nur viel Magie, sondern auch viel Spannung, da ich gleich Zeugin von Bartrimäus Beschwörung werden durfte. Da klingt vielleicht ziemlich früh,  hatte aber den Grund, dass man im späteren Verlauf die Vorgeschichte dazu beschrieben bekam. Das erleichterte mich übrigens sehr, da ich es in Büchern liebe zu erfahren, woher die magischen Fähigkeiten kommen. 

 

Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht, da man mir eine herrlich skurille Geschichte vorsetzte, bei welcher ich manchmal verblüfft ein „Ooohhhh!“ vermelden ließ, da mich die Handlung einfach so überraschte. Da wären zum einen natürlich Bartimäus und Nathanael selbst, welche ein unglaublich witziges Gespann abgaben, sich aber dabei toll ergänzten. Das Andere wären die Zauberer selbst, welche im Buch ein absolut unsympathischer Haufen waren, da da ihnen die Macht wohl zu Kopf gestiegen war. Sie hielten sich für etwas Besseres und unterjochten sich gegenseitig, weswegen sie zwar hoch im Staat standen, aber nicht gerade beliebt waren. Verständlich, wie ich finde. 

 

Diese Eigenschaft spielte später auch bei Nathanael eine Rolle, da der junge Mann Bartimäus nicht einfach nur Dämon nannte, sondern Sklave. Hier wurde er mir manchmal sogar etwas unsympathisch. Allgemein waren die Charaktere einfach nur toll erstellt. Sie hatten Ecken und Kanten und veränderten zu gegebenen Umständen sogar ihr Wesen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal die Magie im Buch erwähnen, welche wirklich alles andere als 08/15 war. Die magischne Utensilien fesselten mich genauso, wie die Beschwörungen und Möglichkeiten von Zaubern. Hier dürfte man als Fantasy-Fan einfach nur glücklich sein. 

 

Auch der Schreibstil sagte mir zu, da man wichtige Dinge ausgiebig beschrieb, aber bei geheimnisvollen Augenblicken immer eine gewisse Spannung aufbaute, die meine Neugier stets mit Neuigkeiten fütterte. Das wohl einzige wo die Geschmäcker auseinander gehen dürften sind die Fußzeilen. Hier wurden stets angesprochene Dinge aus der Geschichte behandelt und erklärt. Doch nicht einfach so, sondern meist äußerst witzig und mit einfach nur genialen Beispielen, die mich mehr als einmal zum Lachen brachten. 

 

Wo ich dann aber doch etwas haperte, war die Beschreibung der Welt. Einerseits gab es Laptops und Technik der Neuzeit, aber oftmals fühlte es sich wie eine andere Zeit an. Dies verwirrte mich manchmal, nahm dem Buch aber zum Glück nicht den Lesespaß. Im Gegenteil, den ich kann es kaum erwarten die Nachfolger zu lesen. 


 

Eine schöne und äußerst amüsante Fantasygeschichte, mit der ich großen Spaß hatte!

Den Schreibstil des Autors fand ich sehr angenehm zu lesen, er wirkte auf mich locker und humorvoll und hat mich super unterhalten.

Zum Teil herrlich altmodisch erzählt lernt man im ersten Band der Bartimäus Reihe die Gemeinschaft der Zauberer im London unserer Zeit kennen. Im Großen und Ganzen wirken die alle eher unsympathisch, aber das macht sie nicht weniger interessant.

 

Die Magie bzw. wie sie funktioniert wird schön erklärt, aber ohne allzu viele überflüssige Details. Alles wirkt auf mich sehr anschaulich.

Die Hauptfiguren Bartimäus (der „Dämon“) und Nathanael finde ich sehr detailliert, auch sie haben eindeutig unsympathische Eigenschaften und treffen gelegentlich richtig dämliche Entscheidungen, was sie für mich sehr realistisch macht. Trotzdem fiel es mir bei Lesen leicht, mit ihnen mitzufiebern und ihnen sämtliche Daumen zu drücken.

 

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren geschildert. Besonders bei Bartimäus, der als Ich-Erzähler agiert, hatte ich viel Freude. Der Dämon hat einen großartigen Humor und ich fand es witzig sein Selbstbild im Verlauf der Geschichte mit dem zu vergleichen, was Andere von ihm denken… da gab es doch ein paar amüsante Unterschiede.

Störend fiel mir nur auf, dass in den Bartimäus-Kapiteln unendlich viele Fußnoten zu finden sind. Das trifft nicht meinen Geschmack, weil ich so oft aus dem Lesefluss gerissen werde.

 

Ein paar Nebenstränge der Handlung sowie viele Fragen sind noch offen, die bestimmt von den folgenden Teilen beantwortet werden. Ich freue mich schon darauf!


 

 

Ich habe dieses Buch geliebt. Der erste Band über Bartimäus war unglaublich unterhaltsam und spannend. Ich hatte zwar mit etwas Magie gerechnet, aber mit so einem tollen Einblick in eine Welt mit Zauberern hätte ich nicht gerechnet. Eine echte Leseempfehlung.


blanvalet Verlag – 544 Seiten – Taschenbuch: 9,99 € –
Jugendbuch/Fantasy – 05.03.2007

 


Bereits rezensierte Bücher des Autors

Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe


4 thoughts on “[Rezension] „Bartimäus – Das Amulett von Samarkand“ von Jonathan Stroud”

  1. Hallo!
    Ich liebe diese Reihe und vor allem bin ich ein großer Fan von Bartimäus! 😀
    Ich kann eure Begeisterung wirklich verstehen und ihr könnt euch noch auf zwei weitere tolle Bände freuen.
    Außerdem: Ich mag diese Fußnoten total gerne, mich stört das überhaupt nicht. Ich mag es wenn kleine witzige Dinge erzählt werden oder zusätzliche Informationen dadurch einfließen.
    Liebe Grüße
    Diana

    1. Huhu liebe Diana,

      es ist richtig schön soviel gutes über die Reihe zu lesen.

      Mich selbst haben die Fußnoten nicht gestört, da sie lustig waren, aber ich wollte sie ansprechen, da sie eben auch Geschmackssache sind. ^^
      Jetzt freue ich mich erstmal auf den Nachfolger. ^^

      Viele liebe Grüße

  2. Ich liebe die Buchreihe. Tatsächlich fand ich die nachfolgenden Bücher sogar eine Spur besser, weil man die Welt näher kennenlernt. Wie du ja schreibst, so ganz versteht man nicht, wie diese nun aufgebaut ist. Das löst Stroud später viel besser.

    1. Hey Katharina,

      jetzt bekomme ich noch mehr Lust, die Reihe weiter zu lesen. Gerade die Kinder, die magische Dinge sehen können, machen mich immer noch wahnsinnig. 😀 Ich wollte unbedingt wissen, wieso sie es können.

      Viele liebe Grüße

Ich freue mich stets über Kommentare.