[Rezension] Audrey Harings – Sharj und das Wasser des Lebens

[Rezension] Audrey Harings – Sharj und das Wasser des Lebens

11. Juni 2018 2 Von Anja liest

Infos zum Buch

 

Books on Demand – Taschenbuch – 244 S. – 13,99 € –  
Kinderbuch – Fantasy – ISBN: 9788494667374

 

Klappentext

Für Sharj ist es ein Tag wie jeder andere. Doch plötzlich ist sie mit ihrem Freund José in einer vollkommen anderen Welt. Dort soll sie den König retten. Als Elfe und Drache stürzen die beiden von einem Abenteuer in das nächste und müssen gegen böse Wesen kämpfen. Der Drache wird entführt, da ist es gut, dass Sharj, die Elfe, bereits zwei Freunde gefunden hat, die ihr helfen möchten, José aus den Fängen der bösartigen Stumps zu befreien. Während Sharj sich in dieser fantastischen Welt behauptet, schmieden ihre Pflegeeltern einen teuflischen Plan, um Sharj für immer loszuwerden.
Quelle: Books on Demand

Meine Meinung

Dieses kleine Buch, zog durch eine Buchverlosung auf Lovelybooks bei mir ein. Ich hielt es immer wieder in den Händen, konnte mich dann aber doch nicht dazu entschließen es zu lesen. Jetzt war es soweit und ich war leider etwas enttäuscht. 

Was würdest du tun, wenn dich im Wald plötzlich ein Hase anspricht? Eine Frage die man sich im Buch schon gerne einmal stellen kann, da die 2 Hauptpersonen eben dies erleben.

Als ich dieses Buch ausgelesen hatte, war ich gerade zu traurig darüber, das man nicht einmal ansatzweise das Potenzial heraus geholt hatte, das möglich gewesen wäre.

Aber fangen wir vorne an. Dieses Buch handelt von Sharj und José, welche 15 und Freunde sind. Sie sind in einer Klasse und sollen für den Unterricht, eine Wasserprobe holen. Was dann passiert, erfährt man aus der Kurzbeschreibung. 

Und schon hier stellte sich mir eine Frage. Wieso sind die Charaktere 15, wenn das Buch doch für 8-12-Jährige gemacht ist? Noch schlimmer war allerdings, das Sharj und José sich wie Kinder benahmen und damit nicht so recht in ihre Altersklasse passen wollten. 


Weiter ging es für mich mit der Handlung, welche sowohl in der realen Welt als auch in einer Fantasiewelt spielte. Im Verlauf des Buches erleben wir beide Welten und wechseln in den 42 Kapiteln, immer mal hin und her. Das ist schön, wären beide Welten nicht so furchtbar leer und fantasielos beschrieben worden. Das beste Bespiel wäre hier der Zauberwald, welcher nix neues bot und mit ein paar sprechenden Bäumen abgetan wurde. Ich muss dazu sagen, das ich dieses Buch der Tochter eines befreundeten Paares vorlas und sie mich als wir bei der Stelle ankamen, förmlich mit Fragen löcherte was denn noch so in dem Wald wäre. Immerhin könnte es ja nicht sein, das in einem Zauberwald nur sprechende Bäume existieren. Kurz um, ab Mitte des Buches, schwand ihr Interesse für die Geschichte und das leider mit Recht.


Die Geschichte war wirklich zu einfach formuliert und förderte nicht im geringsten die Fantasie im Kopf eines Kindes. Zudem waren die Kapitel sehr kurz und wechselten viel zu schnell, so das einige Aktionen verwirrend wirkten.


Was jedoch mehr oder minder im Kopf blieb, waren die vielen Illustrationen im Buch, welche mit viel Liebe von Rico Kohlstedt gestaltet wurden. Wieso minder? Wo das Cover noch mit Klarheit glänzte, waren die restlichen Bilder im Buch verschwommen und teils undeutlich. Schade ist hierbei, das man das Buch trotzdem so veröffentliche.


Ja, die Liste mit den Mankos möchte einfach nicht abreißen, was mir wirklich weh tut. Doch das Thema jetzt, fand ich so dermaßen unpassend für Kinder, das ich es einfach erwähnen muss. 


Der Tod und Kinder, ist eine Mischung die jeder für sich handhaben soll. Der eine meint, es ist ok und das Kind muss es akzeptieren, andere versuchen ihre Kinder lange davon fern zu halten. Ich finde eine gute Mischung macht es, aber eben nicht diese wie im Buch. Es wird munter erzählt, das ein Vater Pathologe ist und wie er eine Frauenleiche im Wald untersuchen sollte. Reizend. Weiter kommt dazu, das Sharj, ebenfalls in tödlicher Gefahr ist, da ihre Pflegeeltern nur ihr geerbtes Geld wollen. Also das hätte man auch freundlicher gestalten können.


Sharj, ist ehrlich gesagt ein herzensgutes Kind, wobei Kind falsch ist, da sie mit 15 ja ehr ein Teenager ist. Sie hat ihre Eltern verloren und scheint dies einigermaßen gut zu verkraften, denn eine Erwähnung von ihnen findet man nur selten. Ein paar mehr Charakterzüge hätten sowohl ihr als auch allen anderen Figuren gut getan, da sie entweder komplett gut oder böse waren. 


Ich hatte das Gefühl, das man mit ihrem Pflegevater eine unterhaltsame Nebenfigur schaffen wollte, da er sich für hübsch und männlich hält. In Wahrheit aber stinkt und nur mit Faulheit glänzt. Meiner kleinen Zuhörerin, sagte er auf jeden Fall nicht zu, da sie sich ekelte und regelrecht Angst vor ihm bekam. Immerhin wollte dieser Mann einem Kind schaden.


Wenn schon die Welt und die Figuren der realen Welt nicht gerade detailtreu waren, hätte man dies ja zumindest in der Fantasiewelt machen können. Denn außer Elfen, Drachen und Org-ähnlichen Stumps gab es nur wenig neues. Die Elfen bekamen bekamen besonders viel Aufmerksamkeit, ging es schließlich darum ihren König zu retten. Aber auch sie waren nur oberflächlich dargestellt, da sie zwar magische Amulette hatten, mit denen sie zwischen den Welten reisen konnten, aber in in ihrer eigenen Welt konnten sie irgendwie nix. 


Die Autorin steckte bestimmt viel Liebe in ihr Buch, aber mir und meiner kleinen Zuhörerin war es trotzdem zu wenig. Hier hätte sich Frau Harings ruhig noch 100 Seiten gönnen sollen, um den Charakteren auch mehr Charakterzüge zu geben und ihre Welt etwas lebendiger zu gestalten. 

Von außen macht das Buch sehr viel her. Es wirkt magisch und die bunten Illustrationen verstärken dies nur. Mich störte nur ein wenig die Einbindung des Buchtitels etwas, da es über dem bunten Coverbild sehr verloren wirkt. 
Schöner ist da die Darstellung vom Namen der Autorin, da dieser einen Rahmen bekam.
 
Mein Fazit
 

Dieses Kinderbuch konnte mich nicht im geringsten überzeugen, da es irgendwie an der Zielgruppe vorbei zielte. Etwas mehr Mut zu Details und weniger Andeutungen auf den Tod, hätten das Buch sicher lesenswerter gemacht. Schade.

Die Bewertung
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