[Rezension] Alan Bradley – Flavia de Luce: Mord ist kein Kinderspiel

20. September 2017 0 Von Anja liest


Autor: Alan Bradley

Preis: 7,99 €
Einband: E-Book
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 352 Seiten
ISBN: 978-3-641-04996-6
Veröffentlichung: 27.09.2010
Verlag: Penhaligon/Blanvalet

In ihrem neuen spannenden Fall muss Flavia de Luce gleich zwei verzwickte Morde aufklären – die so unlösbar ineinander verworren zu sein scheinen wie die verwickelten Schnüre einer achtlos weggeworfenen Marionette … 


Nie zuvor hat die junge Flavia de Luce einen so aufregenden Theaterabend erlebt: Der begnadete Puppenspieler Rupert Porson schlägt das Publikum in seinen Bann, und beim furiosen Finale gibt es neben Rauch und stiebenden Funken sogar eine echte Leiche! Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln. Nur die brillante Hobbydetektivin Flavia bewahrt den Durchblick und findet heraus, dass jemand die elektrische Anlage der Bühne manipuliert hat. Und bald darauf erkennt sie, dass das ruchlose Verbrechen eng mit einem weiteren, seit mehreren Jahren ungeklärten Todesfall verwoben ist. Doch allmählich stellt sich die bange Frage, ob die neugierige Flavia ganz allein gegen den Strippenzieher in diesem mörderischen Marionettenspiel bestehen kann …

Quelle: Penhaligon
Flavia und Gladys radeln in ihren nächsten Kriminalfall.

Auch wenn mir sein Vorgänger nur mittelmäßig gefiel, so wollte ich Flavia, Buckshaw und Bishop´s Lacey doch weiter kennen lernen. 

Die Karte, im vorderen Teil des Buches, war sehr aufschlussreich und machte es diesmal leichter Flavia´s Weg zu verfolgen.
Ich war am Ende nur etwas über die Größe des Ortes überrascht , da er doch kleiner war, als gedacht.


Die Zeit im Buch gefällt mir sehr gut, da sie gerade im Wandel scheint und Dinge wie der Fernseher noch absoluten Seltenheitswert hatten. 

Im Hause de Luce wäre ich wohl Daphne, da sie, wie ich, meist die Nase in einem Buch hat und dabei auch gerne einmal die Genre wechselt. Den Hass auf Flavia verstehe ich dabei leider nicht und finde die Aussagen von ihr und  Ophelia teils sehr verletzend. 

So richtig warm wurde ich immer noch nicht mit Flavia, aber die Neugier hat sich an ihr fest geklammert, weshalb ich auch noch weitere Bände von ihr lesen werde.
Eine einigermaßen normale Person in Bishop´s Lacey zu finden, erscheint mir immer unwahrscheinlicher. Auch wenn ich erst den 2. Teil der Reihe gelesen habe, so habe ich doch das Gefühl das es auch in den Folgebänden weiterhin ausgefallene Persönlichkeiten geben wird.

Flavia dürfte man ja mittlerweile kennen. Die Jüngste im Hause de Luce, war in diesem Teil seltsamerweise erst 10 Jahre alt obwohl sie bereits im Vorgänger als 11-jährige vorgestellt wurde. Ihre große Leidenschaft, die Chemie, wurde auch diesmal sehr ausführlich beschrieben. Auch wenn man die teils komplizierten Formeln und Zusammensätze nicht kannte, so hatte man auf jeden Fall das Gefühl, das Flavia daran sehr viel Spaß hatte.
Sobald es um Chemie ging, blühte sie förmlich auf.

Der Umgang im Hause de Luce hat sich seit dem letzten Buch kaum geändert. Mir stellte sich nur die Frage,, warum man eine Haushälterin einstellt deren Essen und Gegenwart man nicht mochte? Gemeint ist hier Mrs Mullet, deren Charakter mir überhaupt nicht gefiel. Auch wenn sie sehr freundlich scheinte, so hatte sie doch den Schalk im Nacken. Durch Nettigkeiten versuchte sie nur interessante Informationen aus den Personen zu locken , um sie dann brühwarm weiter zu tratschen. 

Besonders zog es sich diesmal auf die Familie Ingleby, deren Sohn sich vor 5 Jahren erhängt hatte und um Nialla und Rupert, welche mit einem Puppentheater nach Bishop´s Lacey kamen. Die Personen konnten alle unterschiedlicher nicht sein und schafften es sämtliche Gefühle in einem zu wecken. Von Hass, über Trauer und Mitleid war alles dabei. 

Die wohl größte Überraschung war wohl Flavia´s Tante Felicity, welche anfangs wie ein Drachen erschien und schließlich doch zeigte , das sie nur das Beste für Flavia wollte.

Die Mischung macht es. Die unterschiedlichen Charaktere machen das Buch sehr interessant und erweckten es zum Leben. 


Auch diesmal ging es wieder hü und hott, da ich stellenweise der Geschichte folgen konnte, an manchen Stellen aber auch nach mehrmaligen Nachlesen nicht verstand was man mir sagen wollte. 

Die chemischen Formeln überlas ich meist, da Chemie einfach nicht mein Fach ist. Allerdings erfreute ich mich an der Sorgfalt, mit der Flavia ihre Experimente durchführte. Es machte Spaß zu lesen wie sie dieses und jenes miteinander vermischte und dann den Effekt erhielt, den sie wollte.

Ich kam diesmal überraschend leicht in die Geschichte und fühlte mich in dieser auch schneller wohl. Da man auch diesmal nicht an der Detailverliebtheit gespart hatte, konnte ich mir die Orte, Personen oder Gegenstände fast immer bildlich vorstellen. Bei der Orientierung half mir die Karte der Umgebung, am Anfang des Buches.

Den aktuellen Kriminalfall im Buch, empfand ich wieder als eine Stufe zu hoch für ein Kind, möge es noch so intelligent sein. Ich konnte mir nicht vorstellen, das sie aus bestimmten Gegebenheiten, sofort etwas ableitete oder gar den Fall komplett löste. 

Der Fall selbst war eigentlich gut durchdacht, wurde bei der Auflösung aber so sehr zerkrümmelt, das er wenig Sinn ergab. So richtig erschlossen sich mir einfach die Taten und Handlungen nicht. Das man dann nicht einmal erfuhr was mit dem Täter passierte, ärgerte mich ein wenig.
Umso faszinierender war da der Einblick in die damalige Zeit. In diesem Buch besonders der, in dem der Familie de Luce das erste Mal ein Fernsehgerät zur Verfügung stand. Man staunte fast selbst noch einmal mit, als sie die ersten Bilder auf dem Bildschirm sahen. 


Das Cover war auch diesmal wieder sehr düster gestaltet. Totenkopf und Skelett sind gut sichtbar und auch Flavia selbst, zeigt sich wieder von ihrer dunkleren Seite. War es wirklich notwendig sie komplett schwarz einzukleiden? 

Die Kulisse, in der Flavia steht, ist ein wichtiges Objekt im Buch. 

Die Schriftart der Überschrift und der des Autors sind verschnörkelt, aber noch gut erkennbar. Wie auch beim Vorgänger, wurde der Titel des Buches in einer Pergamentrolle dargestellt. 


Auch der 2. Fall von Flavia de Luce war spannend, aber hatte doch wieder Probleme mich zu überzeugen. Besonders das Ende verwirrte mich arg und ließ mich fraglos zurück.

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