Darum geht´s:

„Etwas packt mich am Kragen, dann werde ich aus dem Laden geschleift. Ein letztes Aufbäumen, ein Blick in Zugrichtung offenbart ein blaues Huhn. Ich weiß, dass es nicht wirklich existiert. Und außerdem heißt es Milton.” Sein neuer Roman „Grüß mir die Sonne!” zeigt Jan Philipp Zymny in Bestform: wortgewaltig wie immer, mit zahlreichen aberwitzigen und überraschenden Wendungen – und dieses Mal zudem literarisch äußerst sensibel. Ein sehr persönliches Buch mit viel Witz und einer tiefen Bedeutungsebene. Die Geschichte um einen von der Realität über alle Maßen irritierten Außenseiter wirft einen ehrlichen Blick auf Wahn und Wirklichkeit, um für sich einen echten Platz zu finde, wo es sich zu bleiben lohnt.


 

Meine Meinung

 

„Darf es ein bisschen mehr Realität sein?“ Wer glaubt sein eigenes Leben wäre real genug, der sollte einmal „Grüss mir die Sonne“ lesen. Danach könnte es glatt sein, das man die Welt noch ein bisschen anders sieht. Ok, das ist noch harmlos ausgedrückt, denn tatsächlich saß ich nach Ende des Buches mit offenem Mund da. 

 

Wer die Auftritte von Jan bereits einmal bestaunt hat, der kann ahnen, was er für Themen anspricht und wie seine Art ist. Kurz gesagt, er nimmt kein Blatt vor den Mund und schämt sich in keinster Weise für seine Aussage. Diese sind zwar manchmal echt hart, aber nie zutiefst beleidigend. 

 

Im Buch ging er sogar noch einen Schritt weiter und taucht ein wenig in fremden Dimensionen herum, bei denen er z.B. auch mal ein blaues Huhn trifft. Dabei waren seine Ansichten stets so intensiv, dass ich mehr als einmal überrascht aufblickte. Das Spiel mit Wahn und Wirklichkeit hatte er extrem gut drauf, wobei ich trotzdem nicht das Gefühl bekam, das es unmöglich sein könnte. Ja, für dieses Buch sollte man offen für alles sein, was möglich sein könnte. Wenn man sich dann mit den Eindrücken berieseln ließ, erinnerte es fast Adam Douglas und seine Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“, nur eben noch krasser. 

 

Wie oben erwähnt, lohnt es sich vorab, einmal Videos des Sprachtalents zu sehen, da man so schon ein Gefühl bekommt, wie er sich ausdrückt und mit welcher Schnelligkeit. Tatsächlich ist das Buch sehr, sehr schnell und switcht innerhalb von einer Doppelseite schon mal hin und her. Gerade beim ersten Lesen verlor ich hin und wieder den Faden, konnte ihn aber nach einem erneuten Lesen zum Glück wieder finden. 

 

Die Storys die erzählt worden waren schräg, abgefahren und eindeutig mit Mindfuck-Faktor. Trotzdem würde ich es jedem empfehlen, der nach den Video´s sagt, das der Zymny ne krasse Person ist. Unterhaltung, gepaart mit den wildesten Geschichten, die die Wirklichkeit zu bieten hat, wurde mir auf jeden Fall geboten. 


 

Mein Fazit

 

Krass, krasser, Zymny. Der Autor schlüpfte diesmal in die Welt zwischen Wahn und Wirklichkeit und erlebt dabei Dinge, von denen ich nicht einmal ahnen konnte, dass man sie erleben kann. Dabei spross aber stets der ungekünstelte Charakter des Schreibers durch, was das Ganze eigentlich nur noch schräger werden ließ. In dem Sinne „Grüss mir die Sonne“. 


Lektora Verlag 137 Seiten – Taschenbuch: 12,90 € – E-Book: 8,99 € – Poetry-Slam -15.03.2017


Die Bewertung

Vielen Dank an den Lektora Verlag für das Rezi-Exemplar

Ich freue mich stets über Kommentare.