Depression, Konzentration, Motivation – Wie schwer es mir fällt, aktuell, ein Buch zu beenden

Depression, Konzentration, Motivation – Wie schwer es mir fällt, aktuell, ein Buch zu beenden

19. Juli 2019 3 Von Anja liest

aktuell ist es auf meinem Blog ein wenig ruhiger geworden. Von gewollt ist dabei keine Rede, denn an Ideen für Rezensionen oder Beiträgen mangelt es ehrlich gesagt nicht. Doch was ist dann los? Meine Psyche ist los. 

 

Aktuell fühle ich mich wie in einem Loch. Doch dieses Loch löst bei mir keine Leere aus, sondern überschüttet mich mit Dingen, die getan werden müssten oder die ich vermasselt habe. Es prallen somit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen und das ist sehr einschüchternd. Dieses Gefühl schränkt mich momentan auch sehr beim Lesen ein. Schaffte ich früher im Monat 15 Bücher, wobei ich diese trotz Tempo mehr als genoss, brauche ich nun allein für ein Buch mehrere Tage. Selbst bei Werken, die gerade einmal 250 Seiten fassen, schaffe ich es nicht sie zu genießen. 

 

Das ärgert mich gerade sehr, denn jedes Buch, das ich mir für den jeweiligen Monat heraussuche, möchte ich lesen. Nicht aus Zwang, sondern weil ich Bock darauf habe und genau dieses Gefühl ist noch da. Doch der ganze Rest schwimmt gerade irgendwo in einem Dümpel aus Selbsthass, fehlender Motivation und der Kraft sich auch nur 5 Minuten auf etwas zu konzentrieren. Dazu kommt, dass ich, wenn ich gerade lese und mir klar sage, das ich mir das jetzt gönne, gefühlte 5000 Sachen aufploppen, die ich aber auch tun könnte. 

 

Ich bin aktuell in einem Strudel gefangen, aus dem ich noch keinen Ausweg gefunden habe. 

 

Denn wenn ich mich schließlich dazu entscheide z.B. zu basteln, muss ich fast schon zwanghaft ein Hörbuch laufen lassen, da ich sonst das Gefühl bekomme, nicht genug zutun. Dazu kommt, das mein Schlafverhalten mittlerweile ein einziger Albtraum geworden ist und das im wahrsten Sinne des Wortes. Jede Nacht träume ich wirre Dinge. Das alleine wäre ja nicht schlimm, wären die Träume nicht so realistisch. Ich habe das Gefühl im Traum atmen, riechen und schmecken zu können. Das wohl schlimmste ist aber, das ich mich, nachdem aufwachen, noch genau an den Traum erinnern kann. Gerade wen man dann doch etwas Grauenhaftes geträumt hat, ist es nicht hilfreich dies im Laufe des Tages immer wieder vor Augen zu haben. 

 

Man merkt, gerade will es bei mir nicht so wirklich laufen. Doch Besserung ist in Sicht. Anfang August geht es erstmal zum Hausarzt, damit für die Sache mit dem Schlaf etwas in die Wege geleistet werden kann. Zum Psychiater geht es leider erst im Dezember. Richtig gehört Dezember. In meiner unmittelbaren Nähe gab es nur einen Arzt, der mich aufnehmen konnte und das auch erst im Dezember. Davor war ich in der PIA einer Klinik, da ich aber deren Therapien, wie sagen nicht annehmen wollte, musste ich mir jetzt extern jemanden suchen. 

 

Nur so nebenbei, ich wollte Therapien, sonst wäre ich ja nicht hingegangen. Natürlich wäre Ergotherapie mit dem Augenmerk Konzentration ganz gut, aber ich habe ja kein Probleme z.B. beim Basteln. Genauso kann ich Texte schreiben, wie man gerade sieht. Somit wollte ich den Platz jemanden überlassen, der größere Probleme damit hat, sich auf eine Arbeit zu konzentrieren. Das Skilltraining war aus meiner Sicht kein richtiges Training, denn am Ende erfuhr ich nur, wie unser Kopf Gedanken und Gefühle einsortiert. Tut mir leid, aber diese Informationen hatte ich schon. Zumal war die Gruppe zu groß, weswegen ich am laufenden Band Panikattacken bekam. Als letztes wäre dann die Psychologin, denn wenn ich mir eines gewünscht hatte, dann diese. Endlich über Belastungen und Probleme reden und eine Lösung finden. Schön und gut, aber was ist, wenn man mit seiner Psychologin nicht harmoniert? In meinem Fall redete man stets aneinander vorbei. Schließlich war sie es sogar, die die Therapie abbrach, da ich erst einmal selbst herausfinden sollte, was mich belastet. Na vielen Dank auch. 

 

Kurz gefasst, irgendwie will es bei mir nicht so rund laufen. Zum einen stecke ich voller Energie und möchte etwas schaffen, zum anderen bin ich total erschöpft von den traumreichen Nächten. Dazu kommt, dass ich mich meine aktuelle Lage nicht offen zeigen möchte. Ich lächle auf Kommando, was zumindest der Freund aber schon durchschaut hat. Ich hoffe bald wieder ein bisschen mehr in Einklang zu kommen, denn weder das Lesen, noch eines meiner anderen Hobbys möchte ich aufgeben. Wieso auch, immerhin machen sie mir Spaß. Nur aktuell kann ich sie nicht so genießen, wie ich es gewohnt bin. 

 

Auch, wenn es mir sehr schwerfällt werde ich kämpfen. Das bin ich mir und auch meinem Umfeld schuldig. Immerhin will ich leben und das ganz nicht in einem Loch.