Walt Disney war Pionier großartiger Zeichentrickfilme, gründete die Disney Studios und erschuf mit seinen Figuren wie Mickey Mouse oder Donald Duck sogar einen einzigartigen Erlebnispark, der heute Ableger auf der ganzen Welt hat. Doch dieses Lebenswerk wäre nicht möglich gewesen ohne seinen Bruder Roy, der ihm immer nahe stand und sich um die finanzielle Seite von Disneys Erfolg und ihrem gemeinsamen Unternehmen kümmerte. Schon von Kindheit an hatten die beiden ein sehr enges Verhältnis und Roy unterstützte Walts Pläne, Künstler zu werden. Aus der Sicht von Roy erzählt diese lebhaft illustrierte Graphic Novel die Geschichte von Walt Disney und lässt den Geist der 1940er und 1950er Jahre spüren.


 

Meine Meinung

 

Gleich zu Anfang ein riesengroßes Geständnis: Ich finde die Disney-Kinderfilme schön, habe auch jeden gesehen, spüre aber nicht das Bedürfnis sie noch einmal zu sehen. Auch die aktuellen Realverfilmungen lasse ich links liegen, da ich die Story ja eigentlich schon kenne und die gesungenen Songs meist nicht sehr schön finde. 

 

Doch wieso habe ich mich dann für dieses Buch entschieden? Dafür sorgte die Kurzbeschreibung und die ersten Einblicke in den Comic. Hier zeigte sich nämlich, das es nicht allein um Walt Disney und seine Filme ging, sondern um viel mehr.  Es wird die Geschichte von Roy Disney erzählt und wie er es schaffte, die Träume seines Bruders zu verwirklichen. Denn wo dieser der Künstler und Erschaffer war, war Roy der Mann der mit seinem Wissen über Geld und Finanzen glänzte. 


Doch fangen wir ganz von vorne an, denn schon die Aufmachung des Comic-Bandes löste meine Faszination aus. Das Gelb des Covers war ja so schon sehr auffällig, doch schon beim Aufschlagen musste ich Grinsen, da man hier gespielt mit dem Thema „Moneyman“ umging. Sowohl vorne als auch hinten fand ich illustrierte Geldscheine mit den Gesichtern der Brüder, was noch einmal auf den Titel des Bandes hindeutete. 

 

Die Geschichte selbst durfte ich aus 2 Zeitlinien heraus verfolgen. Einmal die kurz vor Eröffnung, in dem Roy Disney die Geschichte seines Lebens einer Dame erzählt und die Geschichte rund um ihn und seinen Bruder. Ich mochte es sehr, das man im Buch, Roy seine Geschichte selbst erzählen durfte. Dadurch wirkte es gleich lebendiger, zumal diese Szenen schön farbig waren. Abschnitt für Abschnitt erfuhr ich schließlich, wie die Familie Disney aufwuchs und wie Walt seinen Träumen immer mehr Inhalt geben wollte. 

 

Ein weiterer Punkt waren die Charaktere selbst, welche zumindest ich eigentlich nur als Name kannte. Kaum jemand könnte mir wohl sagen, wie Walt Disney aussah oder was er für eine Persönlichkeit hatte.  Verehren tut man ihn trotzdem, auch wenn sein Charakter wohl nicht der Leichteste war. Trotz künstlerischer Freiheit versuchten die Autoren alle Figuren sehr naturgetreu darzustellen und dazugehörte auch Walt, als der darzustellen, der er war. Ein Träumer, Macher und Erschaffer, der aber doch fast fanatisch dachte, wenn es um seine Werke ging. Schon auf dem Cover sieht man eine gewisse Strenge, wohingegen sein Bruder fröhlich lächelnd gezeigt wurde.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass mich die Geschichte der Brüder mehr als packte. Für mich war es gerade deswegen spannend, da man nicht auf die einzelnen Filme einging, sondern wie schwer es die Beiden hatten, mit Zeichentrickfilmen Erfolg zu haben. Kriege, Geldnot, Konkurrenzunternehmen, Krankheiten, es wurden einige Steine in den Weg gelegt, doch am Ende schafften sie es. Doch ohne Roy, würden wir wohl nie die Filme sehen, die wir aktuell als Klassiker bezeichnen. Ich bin total fasziniert. 


 

Mein Fazit

 

Dieser biografische Comic war so ganz anders als erwartet. Die Geschichte der Brüder ist faszinierend dargestellt und zeigte einmal auf, wie schwierig es war ein Imperium auf Zeichentrickfilmen aufzubauen. Inhaltlich als auch optisch ein absolutes Erlebnis, an das ich mich noch eine ganze Weile erinnern werde. 


Knesebeck Verlag 176 Seiten – Hardcover: 24,00 € – Comic/Biografie – 20.03.2019 – ISBN: 978-3957282415


 

Die Bewertung

Vielen Dank an den „Knesebeck Verlag“ für das Rezi-Exemplar

Ich freue mich stets über Kommentare.