[Comic-Rezension] „Die Abenteuer von Autistic-Hero Girl“ von Daniela Schreiter

[Comic-Rezension] „Die Abenteuer von Autistic-Hero Girl“ von Daniela Schreiter

20. Juli 2019 0 Von Anja liest

Klappentext

 

Die Autorin und Zeichnerin Daniela Schreiter gehört mit ihren Schattenspringer-Graphic Novels längst zu den Stars der deutschen Comics- Szene. Mit viel Humor hat sie in den zwei Bänden ihre Kindheit und Jugend als Asperger-Autistin beschrieben und sich damit eine große Fangemeinde erobert. Nun kommt ihr Alias, Autistic-Hero-Girl, um in ihrem ersten Cartoon-Band dem Wahnsinn des Alltags die Stirn zu bieten. Herrlich pointiert und selbstironisch bietet der Band wieder alles, was die Fans von Daniela Schreiter an ihr lieben.


 

 

Meine Meinung

 

Eine Heldin zu sein, wünscht sich bestimmt jeder einmal. Doch nur die wenigsten schaffen es. Dabei gibt es so viele Helden und Heldinnen da draußen, die jeden Tag Abenteuer erleben, ohne das es ihr Umfeld wirklich mitbekommt. Im Falle von Autistic-Hero-Girl handelt es sich um die Autorin selbst, welche seit ihrer Kindheit mit dem Asperger-Autismus zu kämpfen hat. Und wenn ich kämpfen meine, dann meine ich das auch so, denn was für manchen Menschen vollkommen normal erscheint, stellt für sie oftmals eine Herausforderung dar. In diesem Comic-Band erzählt sie in mehreren Abschnitten, wie heldenhaft ihr Leben eigentlich ist. Dazu benötigt sie folgende Ausrüstung:



Einkaufen. Für manche die pure Freude, für Autistic-Hero-Girl ein Albtraum. Viele Menschen, dauerhafte Musikbeschallung und dann noch die grellen Lampen, schön klingt anders. Diese und andere Situationen beschreibt die Autorin mit viel Witz und Humor, aber immer mit dem Aspekt das man den ernst der Lage erkennt. Dabei wurde mir eines ganz deutlich klar. Das, was man in Filmen als Autist zeigt, ist nicht selbstredend für alle Autisten zu gebrauchen. Frau Schreiter weißt auch in ihren anderen Büchern darauf hin, das jeder Autist anders ist. In ihren Büchern beschreibt sie grundsätzlich ihr Leben mit Autismus, was ich an sich schon sehr mutig finde. 

 

Der Zeichenstil haute mich dann allerdings vollends weg. Die sehr bunten Comics waren einfach, aber einprägsam. Es wurde viel Wert auf den Gefühlsausdruck gelegt, der mal mehr und mal weniger humoristisch dargestellt wurde. Trotzdem fühlte ich bei jeder Geschichte mit, denn sie zeigten ganz klar, wo die Probleme bei Autismus liegen und wo zumindest die Autorin wahre Heldentaten für ihr Leben meistert. 

 

Als nicht Autistin, aber Person mit psychologischen Problemen fielen mir jedoch vermehrt Situationen auf, in denen ich mich wiederfand. Das Verlassen der Wohnung oder der Kontakt zu Mitmenschen gestaltet sich auch für mich sehr schwer. Inwieweit hier Verbindungen bestehen, recherchiere ich gerade. 

 

Ansonsten kann ich dieses Buch jedem wärmstens empfehlen. Egal ob Autist oder nicht, es macht Spaß, auf unterhaltsame Weise etwas über dieses Krankheitsbild zu erfahren. Besonders der Mut der Autorin beeindruckt mich immer noch, da sie mit ihren Geschichten eine Menge Menschen helfen und ebenfalls Mut machen kann. 


 

Mein Fazit

 

Trotz ernsten Themas macht dieser Comic-Band einfach Spaß. Die Zeichnungen sind bunt und sehr unterhaltsam, lassen aber durchblicken was dahinter steht. Egal ob Autist oder nicht, eine Leseempfehlung ist es auf jeden Fall, denn so leicht, findet man wohl keine Lektüre die einen so gekonnt über das Krankheitsbild Autismus aufklärt. 


Panini Verlag 64 Seiten – Hardcover: 12,00 € – eBook: 7,99 € – Comic – 17.10.2017 – ISBN: 978-3833235405


Die Bewertung

Vielen Dank an den „Panini Verlag“ für das Rezi-Exemplar