[Basteleien] Wie ich mein erstes Hochzeitsbuch faltete

[Basteleien] Wie ich mein erstes Hochzeitsbuch faltete

23. August 2018 5 Von Anja liest

vor kurzen stand in der Familie meines Freundes eine Hochzeit an. Da wir allerdings keinen all zu großen Kontakt (eigentlich keinen) mit dem Paar hatten, entschied ich, dass wir wenigstens etwas schenken. Da ich gerne selbst gemachtes verschenke, sprach ich mich mit meiner Schwiegermutter ab, was es denn sein könnte. Der Entschluss fiel auf ein gefaltetes Buch. Wir durchsuchten die unergründlichen Tiefen des Internets und fanden Beispiele, wie es schließlich aussehen sollte. 

 

Dann gab es die Wahl, woher ich die Vorlage für dieses Mammut-Projekt bekommen sollte. Kaufen oder selbst erstellen. Solltet ihr euch für die erste Variante entscheiden kann ich euch orime.de oder etsy.com empfehlen, da ihr hier teils schon fertige Vorlagen erwerben könnt. 

 

Ich selbst, erstellte mir meine Vorlage mithilfe von Excel, wie ich es schon des Öfteren getan hatte. Hier möchte ich auf meinen ersten Beitrag über diese Thematik hinweisen, in dem ihr auch den Link zu dem Blog findet, der zeigt, wie man sich eine Vorlage selbst erstellt. >> Zum Beitrag << Glaubt mir, es ist wirklich sehr leicht. 

 

Die Vorlage war erstellt und lag nun ausgedruckt vor mir. Jetzt ging ans falten und schneiden. 

 

 

Der Plan für das Buch war, das äußere Herz und das Paar nur zu falten (45° Faltung), den Kopfschmuck der Braut und die Namen um 0,5 cm nach hinten zu versetzen und den Hintergrund einen ganzen cm nach hinten zu rücken ( 180°Faltung). 

 

Tag 1:

Da ich das Arbeiten mit mehreren Ebenen noch nie gemacht hatte, war der Anfang um einiges kniffliger, als bei den Büchern davor. Gerade als ich dann begann, den Hintergrund zu schneiden und zu falten, merkte ich, das es mir dieses Buch noch einiges abverlangen würde. Man erkennt leider hier bereits, das ich noch an der Sauberkeit der Faltungen arbeiten muss. *hust*

 

Tag 2:

Wie man sehen konnte, nahm das Buch langsam Form an. Die Ringe waren fertig und sahen nicht einmal schlecht aus und auch der Bräutigam war immer mehr zu erkennen. Mittlerweile hatte ich den Dreh mit der 180°-Faltung raus und schnitt und faltete fröhlich vor mich hin. Den erzeugten Effekt finde ich auch jetzt noch beeindruckend, da die vorderen Elemente leer waren und der Hintergrund deutlich zeigte, das hier eigentlich Wörter stehen. Trotzdem blieb die Aufmerksamkeit bei den vorderen Elementen, obwohl diese, viel dezenter waren. 

Auf der Schablone erkennt man ja auch das Hochzeitsdatum, welches ich am Ende aber weglassen musste, da ich die Zahlen nicht groß genug gestaltet hatte. Die 1 war zwar noch zu erkennen, aber die darauf folgende 8 war nur mit einer Menge Fantasie als jene auszumachen. ^^ Am Ende freute ich mich sogar darüber sie weglassen zu können, da sie wirklich eine Fummelarbeit gewesen wären. ^^ 

 

Tag 3:

Mittlerweile saß ich den 3. Tag an diesem Buch. Ich hatte mich zwar daran gewöhnt, andere Schnitte zu machen, aber das ewige Lineal anlegen und das genaue Abmessen der Maße ließ mich deutlich langsamer vorankommen, als ich es gedacht hätte. Trotzdem erfreute ich mich daran, da das Paar immer mehr zu erkennen war. ^^ 

Da ich ganz schön mit der Technik zu kämpfen hatte, schaute ich mir einmal Tutorial-Videos an, in denen andere zeigten, wie sie diese Art der Faltung bewerkstelligten. Hier sah ich dann auch, dass ich ganz anders vorging, als die Herrschaften in den Videos. Ob meine Art nun falsch war oder mir das Arbeiten nur erschwerte wird sich noch zeigen, denn ich habe vor, ein weiteres Buch mit mehreren Ebenen zu falten. Dieses falte ich dann wie in den Videos. Ich bin jetzt schon auf die Unterschiede gespannt. 

 

Tag 4: 

Es geht voran. Das Paar ist mittlerweile gut zu erkennen, der etwas zurück geschobene Schleier auch und die wohl schlimmste Aufgabe lag teilweise noch vor mir. Die Namen. Das war vielleicht ein Gefummel. Gerade an den sehr schmalen Stellen hieß es mit höchster Präzision abmessen und Schnitte setzen, nur damit auch alles bündig blieb. Gerade das „e“ machte mich fertig, da es gerade mittig, 3 solcher schmalen Stellen hatte. Da ich aber das Ende sah, kämpfte ich weiter. ^^

 

Nach 4 vollen Tagen Arbeit, konnte ich am Morgen des 5. Tages endlich das Buch fertigstellen. Als die letzte Seite gefaltet war und ich mein Werk ansehen konnte, kamen mir glatt die Tränen. Ich war stolz, aber so richtig. Da ich das Buch aber nicht so lassen wollte, bekam es noch ein paar pfiffige Kleinigkeiten verpasst. Zum einen färbte ich den Schleier der Braut weiß. Mein Freund schlug dann das Buch mit Effektfolie ein und klebte ins Innere weißes Papier. In der Zeit bastelte ich aus Seiten eines anderen Buches Blütenblätter, welche zusammengesetzt eine schöne Blume ergaben. Da ich wusste, dass die Braut Rosen sehr mochte, entschied ich mich dafür, ihr eine kleine Rose als Haarschmuck geben. Schließlich umwickelten wir das Buch noch mit einem Band und befestigten die Blume daran. Das Ergebnis sah dann so aus. 

 

 

Man war ich nervös, denn ich war ja nicht dabei, als das Paar das Buch auspackte. Ich bekam dann aber die Meldung, dass sowohl das Paar, als auch die Gäste mehr als begeistert waren. Die Arbeit hat sich also gelohnt und das in zweierlei Hinsicht. Denn ich habe nicht nur ein Paar glücklich gemacht, sondern mir auch bewiesen, dass ich etwas schaffen kann. Ein wirklich tolles Gefühl.